Pressemitteilung: Fair-handeln - Filmverbände kritisieren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen

Hof/Berlin, 2. November 2009

Auf Initiative des Verbandes der Agenturen (VdA) trafen sich im Rahmen der Hofer Filmtage 2009 vier Verbände aus den Bereichen Schauspiel, Agenturen und Casting. Gemeinsam wiesen sie auf die deutliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für die Kreativen in der Filmwirtschaft hin, die vor allem durch das stete Zurückfahren von Produktionsbudgets, Drehtagen, Probenzeiten, Gagen, Dialogbereitschaft und Kreativität entstanden ist.

Ihr Arbeitsgespräch in Hof resümierten die Vorstände vom Verband der Agenturen (VdA), Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS), Bundesverband Casting (BVC) und Verband deutscher Nachwuchs-Agenturen (VdNA) so: „Die Arbeitsbedingungen haben sich mittlerweile derart verschlechtert, das qualitätsvolle Arbeit und kreative Leistungen nicht nur erschwert, sondern teilweise unmöglich scheinen. Zudem bewirkt das Zusammenspiel von abnehmenden Produktionsbudgets, fallenden Gagen, verkürzten Drehzeiten bei gleichzeitigem Ansteigen von Drehvolumen und Arbeitszeit pro Drehtag für die überwiegende Mehrheit der Schauspieler in den letzten Jahren die Absenkung ihrer Einkommen um 50 %. Das ist existenzbedrohend und sucht in anderen Berufsgruppen seinesgleichen. Agenten, Casting Directors und Schauspieler sehen hier dringenden Handlungsbedarf gegen diese besorgniserregende Entwicklung und suchen den Dialog mit den Sendern und Produzenten“, so die VdA-Vorsitzende Antje Schlag.

- Fehlende Transparenz bei Gagenverhandlungen,
-  drastisch sinkende Gagen und mangelnde Beteiligung an der   Folgeverwertung,
- Schlechte Arbeitsbedingungen am Set,
- Mangel an Proben und Castings und die
- Nichteinhaltung des Arbeitnehmerschutzes, insbesondere bei Kindern und  Jugendlichen

stellen nur einige Teilprobleme dar, für die dringend und schnell Lösungen entwickelt werden müssen. Am Treffen in Hof beteiligt waren der Schauspieler Thomas Schmuckert (BFFS), die Casting Directors Cornelia von Braun und Uwe Bünker (BVC), die Agenten Silvana Liebich und Irene Heyroth (VdNA) und die Agenten Antje Schlag und Dirk Fehrecke (VdA).

Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA)Einemstr. 11, 10787 Berlin, Tel.: 030-230 81-90, Fax: 030-230 81-919
E-Mail: email hidden; JavaScript is required, Web: www.verband-der-agenturen.de

Vorstand: Antje Schlag (Vorsitz), Dirk Fehrecke, Beate Wolgast
Der Verband der Agenturen für Film, Fernsehen und Theater e.V. (VdA) vertritt seit 1998 die Interessen der privaten Künstleragenten in den Bereichen Film, Fernsehen und Bühne im deutschsprachigen Raum. Die 58 Mitgliedsagenturen repräsentieren über 2.300 Schauspieler, Regisseure, Autoren und Kameraleute. Zu den zentralen Anliegen gehören u.a. die Stärkung und Qualitätssicherung des Berufsbilds des Künstleragenten, die Beteiligung an Gesetzgebungsvorhaben sowie bei film- und medienpolitischen Themen. Vorstand VdA: Antje Schlag (Vorsitz), Dirk Fehrecke, Beate Wolgast – www.verband-der-agenturen.de

Im April 2006 wurde der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler, kurz BFFS, als Verband auf Anregung der Schauspielersektion der Deutschen Filmakademie gegründet. Damit wurde eine Lücke geschlossen, die seit langem klaffte. Andere Berufsgruppen in der Film- und Fernsehindustrie sind bereits in entsprechenden Verbänden organisiert. Der Zweck des BFFS ist die Wahrung, Pflege und Förderung der wirtschaftlichen, sozialen, beruflichen und kulturellen Interessen der im deutschsprachigen Raum tätigen Schauspieler im Bereich Film und Fernsehen. Dabei sieht er in der Lobbyarbeit und Vertretung gegenüber der Politik, Fernsehsendern und anderen Verbänden seine Hauptaufgabe. Vorstand BFFS: Julia Beerhold, Michael Brandner (Vorstandsvorsitzender), Hans-Werner Meyer, Antoine Monot, Jr. (stellv. Vorstandsvorsitzender), Heinrich Schafmeister (Schatzmeister) und Thomas Schmuckert www.bffs.de

Der Bundesverband Casting (BVC) vertritt die Interessen der Casting Directors aus dem deutschsprachigen Raum – tätig in den Bereichen Kino, Fernsehen, Theater und Werbung. Zu den zentralen Anliegen gehören die Förderung und Wahrung von Qualitätsmaßstäben bei der Rollenbesetzung sowie die Etablierung, Stärkung und Pflege des Berufbildes des Casting Directors. Vorstand BVC: Cornelia von Braun, Uwe Bünker, Stephen Sikder
www.castingverband.de

Der 2008 gegründete Verband der deutschen Agenturen zur Vermittlung von Nachwuchsschauspielern in Film + Fernsehen (VdNA-Film) ist ein Zusammenschluss der Agenturen, die sich schwerpunktmäßig und nachhaltig auf den seriösen Aufbau von jungen Nachwuchsschauspielern konzentrieren. Ziele des Verbandes sind das Engagement in filmpolitischen Fragen, insbesondere zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für an Filmproduktionen mitwirkenden Kindern und Jugendlichen sowie die Etablierung verbindlicher Qualitätsstandards für die Agenturtätigkeit im Nachwuchsbereich.

Vorstand VdNA: Irene Heyroth (1. Vorsitzende), Silvana Liebich (stellvertretende Vorsitzende), Maria Schwarz (stellvertretende Vorsitzende) www.vdna-film.de

Kontakt Presse VdA: Nikola Mirza, email hidden; JavaScript is required, T. 030-37 30 70 47, 0177-330 85 24

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