Wie erstelle ich ein Demoband und was sollte ein Demoband überhaupt enthalten?

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Wie erstelle ich mir ein Demoband?
Es gibt im Internet viele Anbieter, die Ihnen ein Demoband erstellen. Wir möchten hier keine Empfehlungen aussprechen, verweisen jedoch auf die Google Suche. Wir zeigen Ihnen aber im Folgenden, worauf Sie bei der Demobanderstellung achten sollten.

Natürlich können Sie sich Ihr Demoband auch selbst erstellen. Apple zum Beispiel hat im iLife Paket eine sehr gute Software namens iMovie, die Sie für € 79,- kaufen können. Für Windows XP Nutzer gibt es zum Beispiel das kostenlose Windows Movie Maker. Grundsätzlich kann man sagen, dass es sich rentiert, ein paar Euro zu investieren. Immerhin geht es hier um Ihr Demoband. Sollten Sie keine Erfahrung mit Schnittprogrammen haben, raten wir Ihnen, sich nicht an Final Cut, Avid oder ähnliche professionelle Programme zu wagen, da diese äusserst komplex sind!

Worauf muss ich inhaltlich bei der Erstellung achten?
Wichtig ist die Qualität der Ausschnitte. Diese sollten von Bild und Ton so gut sein, dass sie problemlos im Fernsehen gesendet werden könnten. Caster sehen täglich viele Demobänder und häufig bleibt ein schaler Geschmack zurück, wenn das Licht zu dunkel oder der Ton zu leise ist. Beim Inhalt geht es nicht darum, Sie in fünfzig verschiedenen Kostümierungen zu zeigen (cool, nachdenklich, lustig, etc.). Zeigen Sie sich. Caster wollen Sie sehen, Ihren Typ.

Wenn Sie Szenen, z.B. aus Kurzfilmen, haben, sollten Sie diese nur dann verwenden, wenn sie gut gefilmt und auch vom Ton her gut sind. Wenn Sie kein solches Material haben, dann machen Sie am besten ein kurzes Interview und filmen dies: stellen Sie sich vor, nennen Sie Ihren Namen, Ihr Geburtsdatum und erzählen Sie von Ihrem Werdegang (Schauspielschule, Quereinsteiger etc.). Wir raten Ihnen dringend davon ab, bekannte Filmszenen nachzuspielen oder Theateraufführungen auf das Band zu nehmen.

Wenn Sie Szenen haben, dann achten Sie bitte auf die folgenden Punkte:

1. Dauer
Achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Demoband nicht länger als drei bis vier Minuten ist. Stellen Sie sich immer vor, Sie müssten am Tag vierzig Demobänder von Ihnen wildfremden Menschen ansehen.

2. Keine aufwändigen oder animierten DVD-Menüs
Das Menü ist nur Mittel zum Zweck und kein kreativer Spielplatz. Viele Caster und Regisseure sind genervt, wenn sie erst lange warten müssen, bevor ein Menüpunkt anwählbar ist, weil eine Animation mit Ihren Bildern noch “hineinfliegt”. Im Menü sollte der komplette Film sofort abrufbar sein (ohne, dass man sich durch Unterseiten klicken muss). Darunter können dann die einzelnen Szenen eventuell einzeln anwählbar sein.

3. Keine Intros
Ein Zusammenschnitt Ihrer “Best Of” Szenen ist hier fehl am Platz! Caster sehen sehr viele Bänder und wollen schnell und einfach vor allem eines sehen: Sie – und welchen Typ Sie verkörpern.

4. Auswahl der Szenen
Der erste Eindruck entscheidet. Nehmen Sie Ihre stärksten Szenen an den Anfang! Versuchen Sie nicht, mit den Szenen eine Geschichte zu erzählen, sondern reihen Sie einfach Szene an Szene. Den Castern und Regisseuren geht es immer noch um Sie und nicht um den Film, in dem Sie mitgespielt haben. Überlegen Sie sich auch genau, welche Szenen Sie nehmen. Sie bestimmen damit selber Ihren Typ! Wenn Sie in allen Szenen weinen, werden Sie wahrscheinlich auch in diese Richtung besetzt werden. Es geht um Sie, den Typ, den Sie von Haus aus verkörpern und das, was Sie von sich präsentieren. Begehen Sie nicht den Fehler, dass “die dann schon sehen, dass ich spielen kann und mich dann auch anders besetzen werden”.
Viele Anfänger machen auch den Fehler, hoch emotionales Material wie Schreiszenen, Zusammenbrüche etc. auf das Band nehmen zu wollen. Machen Sie das nicht. Ein Interview kann sehr aussagekräftig sein.

5. Feedback
Zeigen Sie Ihr Material anderen Menschen, am besten, bevor Sie anfangen zu schneiden und später auch die verschiedenen Schnittfassungen, die Sie erstellen. Fragen Sie sie, welche Szenen Sie verwenden sollen und welche nicht. Wenn man am Anfang des Berufes steht, fehlt einem oft die Distanz und man möchte am liebsten jeden Blick, jede Geste, die man gemacht hat, auf dem Demoband verewigen. Doch das ist nicht nur unnötig, sondern schlimmstenfalls sogar kontraproduktiv. Der Betrachter, in diesem Fall der Caster, hat ein sehr geschultes Auge und kann Sie meistens nach wenigen Sekunden einordnen und in seinem Kopf abspeichern.