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	<title>BFFS Themen Blog &#187; Arbeitslos</title>
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		<title>Werbecastings &#8211; Diener zweier Herren &#8211; Die problematische Doppelrolle von Castingagenturen</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Apr 2011 16:26:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p>Liebe Mitglieder,</p> <p>anbei übersenden wir Euch unseren offenen Brief an die Agenten und Caster vom 13. April 2011.</p> <p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p> <p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Caster und Agenten,</p> <p>bei der Durchführung von Castings für Werbeproduktionen hat eine zunehmend ausufernde Unart Einzug gehalten. Immer mehr Caster nehmen bei der Ausführung ihrer Aufträge eine problematische Doppelrolle ein. [...]


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</ol>]]></description>
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<p>Liebe Mitglieder,</p>
<p>anbei übersenden wir Euch unseren offenen Brief an die Agenten und Caster vom 13. April 2011.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen,<br />
liebe Caster und Agenten,</p>
<p>bei der Durchführung von Castings für Werbeproduktionen hat eine  zunehmend ausufernde Unart Einzug gehalten. Immer mehr Caster nehmen bei  der Ausführung ihrer Aufträge eine problematische Doppelrolle ein.  Einerseits stellen sie im Auftrag der Produktionsunternehmen ihre  Castingdienstleistung zur Verfügung, gleichzeitig konfrontieren sie aber  die sich im Rahmen des Castings bewerbenden Schauspieler mit der  vertraglichen Bedingung, an den Caster eine Vermittlungsprovision zahlen  zu müssen. Andere vereinnahmen neben ihrem Castinghonorar zusätzlich  vom Schauspieler eine sogenannte Vermittlungsprovision als Handgeld.</p>
<p><span id="more-1766"></span></p>
<p>Schauspieler, die sich dieser moralisch fragwürdigen Praxis nicht  unterwerfen wollen, haben keine faire Chance, erfolgreich am Casting  teilzunehmen. Ein solches Verfahren ist auch unter rechtlichen  Gesichtspunkten höchst problematisch.</p>
<p>Der Caster, der vom Produktionsunternehmen den Auftrag erhält, die  für die Werbeproduktion zu besetzenden Rollen bestmöglich zu casten und  zu besetzen, unterliegt im Verhältnis zu seinem Auftraggeber  (Produktionsunternehmen) einem Treueverhältnis. Das  Produktionsunternehmen darf zu Recht davon ausgehen, dass die  Auswahlverfahren und das Casting ausschließlich nach den erforderlichen  künstlerischen Qualitätskriterien erfolgen.</p>
<p>Soweit aber der Caster gegenüber dem Schauspieler das Casting von der  Bedingung abhängig macht, dass der betreffende Schauspieler im Fall der  Vermittlung die Vermittlungsprovision zu zahlen hat, spielen im  Auswahlverfahren eben diese künstlerischen Qualitätskriterien nicht mehr  die ausschließliche Rolle, vielmehr bestimmen wirtschaftliche  Gesichtspunkte für den Caster das Wohl und Wehe seiner  Auswahlentscheidung.</p>
<p>Ein solches Verfahren ist im Übrigen auch für die Auftraggeber des Castings völlig inakzeptabel.</p>
<p>Wir fordern daher dringend, dass die Casting-Agenturen eine  freiwillige Selbstverpflichtung entsprechend dem beiliegenden Wortlaut (<a href="http://www.bffs.de/download/20110418_freiwillige%20Selbstverpflichtung.pdf">Selbstverpflichtungserklärung</a>)  abgeben, aus der deutlich wird, dass künftig solche versteckten  Doppelvergütungen nicht mehr vereinnahmt werden und eine klare und  strikte Trennung von Casting-Mandat und Agentur-Mandat sichergestellt  ist.</p>
<p>Der Caster ist ausschließlich zur Erbringung seiner Dienstleistung,  nämlich des Castings, gegenüber seinem Auftraggeber, also dem  Produktionsunternehmen, verpflichtet. Die Auswahl des Schauspielers für  die zu besetzenden Rollen darf und muss ausschließlich nach  künstlerischen Qualitätskriterien erfolgen.</p>
<p>Wir kündigen an, dass wir künftig den Casting-Auftraggebern Ross und  Reiter nennen werden, wenn wir von derlei Missständen weiterhin Kenntnis  nehmen müssen.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen<br />
der Vorstand des BFFS</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>im Auftrag der Verbände:<br />
</strong></p>
<p><strong>Bundesverband Casting e. V.<br />
Interessenverband Deutscher Schauspieler e. V.<br />
Verband der Agenturen<br />
Verband deutscher Nachwuchs-Agenturen<br />
Verband Deutscher Schauspieler Agenturen</strong></p>

<div class="sociable">

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</ul>
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		<title>Aufruf zu Wortmeldungen bezüglich BEMA-Umfrage</title>
		<link>http://blog.bffs.de/2010/11/aufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage/</link>
		<comments>http://blog.bffs.de/2010/11/aufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 12:50:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialversicherung]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p>Liebe Mitglieder, im Juli diesen Jahres hatten wir Euch gebeten, an der von dem BFFS-Mitglied Christina Hecke initiierten und von dem Team um Frau Prof. Dr. Bührmann von der Uni Münster durchgeführten Umfrage zur beruflichen Situation der Schauspieler teilzunehmen, um belastbare Daten zu generieren, die unsere These belegen, dass die Änderungen zum Bezug des [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Liebe Mitglieder,<br />
im Juli diesen Jahres hatten wir Euch gebeten, an der von dem BFFS-Mitglied Christina Hecke initiierten und von dem Team um Frau Prof. Dr. Bührmann von der Uni Münster durchgeführten Umfrage zur beruflichen Situation der Schauspieler teilzunehmen, um belastbare Daten zu generieren, die unsere These belegen, dass die Änderungen zum Bezug des Arbeitslosengeldes I für kurzfristig Beschäftigte aufgrund der eingebauten Hürden nahezu wirkungslos sind &#8211; auch wenn, wie immer wieder betont werden muss &#8211; die symbolische Wirkung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.</p>
<p><span id="more-1667"></span></p>
<p>Zur Erinnerung: Kurz vor Ende der letzten Legislaturperiode hatte die damals regierende große Koalition aufgrund der ununterbrochenen Überzeugungsarbeit des BFFS die Gesetzeslage für den Bezug von Arbeitslosengeld I geändert. Ab sofort sollten kurzfristig Beschäftigte innerhalb von 2 Jahren nicht mehr 12, sondern nur noch 6 Monate sozialver-sicherungspflichtige Arbeit geleistet haben, um in den Genuss dieser Leistung zu gelangen. Allerdings wurden zwei Hürden eingebaut, die es Angehörigen der Filmbranche so gut wie unmöglich machen, davon zu profitieren.</p>
<p>Diese Hürden sind:</p>
<p>-	Die Gehaltsobergrenze von 30.240,00 € im Jahr<br />
-	Die Definition des Begriffs „kurzfristig“ für ein Beschäftigtenverhältnis auf maximal 6 Wochen.</p>
<p>Die Beteiligung an der Umfrage war überwältigend, die dadurch entstandenen Daten entsprechend solide, und sie belegen erwartungsgemäß unsere These. Nun planen wir die optimale Verwertung dieser Ergebnisse. Dazu gehört selbstverständlich deren Veröffentlichung.</p>
<p>Für eine Presseerklärung brauchen wir aber noch unbedingt O-Töne von Betroffenen. Deshalb unser Aufruf an dieje-nigen unter Euch, die entweder selbst betroffen sind oder jemanden kennen, welche betroffen sind, uns ein kurzes, Statement zuzuschicken, das unter Eurem Namen veröffentlicht werden und in diese Presseerklärung einfließen kann.</p>
<p>Wer von Euch hat in den letzten 2 Jahren mehr als 6 Monate sozialversicherungspflichtige Arbeit geleistet, verdient aber (am Besten knapp) über 30.240,00 € im Jahr?</p>
<p>Wer hat mehr als 6 Monate gearbeitet, aber Beschäftigungsverhältnisse gehabt, von denen mehr als die Hälfte aber über 6 Wochen dauerten (z. B. Theaterengagements)?</p>
<p>Wer kennt jemanden, der aufgrund dieser Hürden am Bezug des ALG I scheitert (und es dringend bräuchte) und ist der Meinung, dass es sich änderte, wenn diese Hürden fallen würden?</p>
<p>Bitte schickt eine E-Mail mit Eurem Wortbeitrag (der auch gekürzt werden können sollte (natürlich in Absprache mit Euch) an <span id="enkoder_9_154393367">email hidden; JavaScript is required</span><script type="text/javascript">
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var span = document.getElementById('enkoder_9_154393367');
span.parentNode.removeChild(span);
/* --> */
</script>. Je anschaulicher die Presseerklärung, desto größer das zu erwartende Echo in den Medien, desto stärker unsere Position, wenn wir eine schnellstmögliche Evaluierung und entsprechende Änderung des Geset-zes fordern. Wir brauchen Namen und Gesichter, die belegen, dass es hier um konkrete Schicksale und nicht nur um Zahlen geht (und dass der BFFS nicht nur aus den Vorstandsmitgliedern besteht). Dabei wäre es besonders hilfreich, wenn es sowohl bekannte als weniger bekannte Namen sind, die hinter diesen Statements stehen, damit die ganze Bandbreite von Schauspielerexistenzen erfahrbar wird.</p>
<p>Herzliche Grüße,</p>
<p>der Vorstand des BFFS</p>

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<ul>
	<li class="sociablefirst"><a rel="nofollow"  target="_blank" href="http://www.printfriendly.com/print?url=http%3A%2F%2Fblog.bffs.de%2F2010%2F11%2Faufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage%2F&amp;partner=sociable" title="Print"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/printfriendly.png" title="Print" alt="Print" class="sociable-hovers" /></a></li>
	<li><a rel="nofollow"  target="_blank" href="mailto:?subject=Aufruf%20zu%20Wortmeldungen%20bez%C3%BCglich%20BEMA-Umfrage&amp;body=http%3A%2F%2Fblog.bffs.de%2F2010%2F11%2Faufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage%2F" title="email"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/email_link.png" title="email" alt="email" class="sociable-hovers" /></a></li>
	<li><a rel="nofollow"  target="_blank" href="" title="TwitThis"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/" title="TwitThis" alt="TwitThis" class="sociable-hovers" /></a></li>
	<li><a rel="nofollow"  target="_blank" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http%3A%2F%2Fblog.bffs.de%2F2010%2F11%2Faufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage%2F&amp;t=Aufruf%20zu%20Wortmeldungen%20bez%C3%BCglich%20BEMA-Umfrage" title="Facebook"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/facebook.png" title="Facebook" alt="Facebook" class="sociable-hovers" /></a></li>
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	<li><a rel="nofollow"  target="_blank" href="http://www.wikio.com/vote?url=http%3A%2F%2Fblog.bffs.de%2F2010%2F11%2Faufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage%2F" title="Wikio"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/wikio.png" title="Wikio" alt="Wikio" class="sociable-hovers" /></a></li>
	<li><a rel="nofollow"  target="_blank" href="http://www.webnews.de/einstellen?url=http%3A%2F%2Fblog.bffs.de%2F2010%2F11%2Faufruf-zu-wortmeldungen-bezuglich-bema-umfrage%2F&amp;title=Aufruf%20zu%20Wortmeldungen%20bez%C3%BCglich%20BEMA-Umfrage" title="Webnews.de"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/webnews.png" title="Webnews.de" alt="Webnews.de" class="sociable-hovers" /></a></li>
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</div>

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		<title>Das Signal ist angekommen – mehr nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 07:43:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich Schafmeister</dc:creator>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: justify;">Das Engagement des BFFS hatte sich gelohnt: Der erste „Grundstein“ wurde gelegt, um den kurz befristet Beschäftigten, wie z. B. den Schauspielern, einen gerechteren Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 zu gewährleisten. Dieses Gesetz ist seit dem 1. August 2009 in Kraft, gilt zunächst für 3 Jahre und muss in dieser Zeit auf seine Wirksamkeit überprüft werden. Darum wendet sich der BFFS mit seiner Zwischenbewertung der Reform an den Gesetzgeber und erinnert ihn daran, dass diese „Baustelle“ keineswegs erfolgreich abgeschlossen ist.<span id="more-1404"></span></p>
<h2 style="text-align: center;">Das Signal ist angekommen – mehr nicht</h2>
<h4 style="text-align: center;">Zwischenbewertung der Anpassungsregelung zum Bezug auf Arbeitslosengeld 1</h4>
<h5 style="text-align: justify;">Der Gesetzgeber hat die Misere der beschäftigten Künstler und Kulturschaffenden verstanden:</h5>
<p style="text-align: justify;">Die Filmschaffenden vor und hinter der Kamera, die gastierenden Künstler an den Theatern werden von ihren wechselnden Arbeitgebern nur kurz befristet engagiert. Normale unbefristete Beschäftigungen sind in dem Bereich die absolute Ausnahme. Die Dauer eines Engagements richtet sich danach, in welchen Zeiträumen der Arbeitgeber für sein Projekt auf den Beschäftigten zurückgreifen muss. Die Zeiten dazwischen gehören – völlig legal – nicht zur sozialversicherungspflichtigen Vertragszeit. Und natürlich reiht sich ein Engagement nicht nahtlos an das nächste. Dadurch sind Künstler und Kulturschaffende bei den sozialen Sicherungssystemen strukturell benachteiligt. Einerseits sind sie als Beschäftigte versicherungs- und beitragspflichtig, andererseits können sie im Bedarfsfall den sozialen Schutz kaum in Anspruch nehmen, weil sie die Fristen nicht erfüllen. Besonders beim Renten- und Arbeitslosengeldanspruch sind die permanent kurz befristet beschäftigten Künstler und Kulturschaffenden erheblich benachteiligt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Gesetzgeber hat angefangen, auf diese Ungerechtigkeit zu reagieren, und am 19. Juni 2009 eine Regelung beschlossen mit dem Ziel, die Benachteiligung der kurz befristet Beschäftigten beim Arbeitslosengeld-1-Anspruch abzumildern.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Regelung ist weder eine „Gießkannenlösung“ noch eine „versteckte Kulturförderung“. Die verkürzte Anwartschaftszeit von 6 anstelle der regulären 12 Monate gilt nicht für alle Angestellten, ist aber auch nicht auf Künstler- und Kulturberufe beschränkt. Die Gesetzesänderung setzt vielmehr den Hebel genau dort an, wo die strukturelle Benachteiligung ihren Ursprung hat – beim Befristungscharakter der Beschäftigungen. Das war der richtige Ansatz, das war das richtige Signal.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Die 6-Wochenbegrenzung ist zu knapp!</h5>
<p style="text-align: justify;">So zwingend es war, zu definieren, wie lang „kurz befristet“ sein sollte, so verfehlt war die Festlegung auf 6 Wochen. Die verkürzte Anwartschaftszeit kann zurzeit nur der in Anspruch nehmen, der in der 2-jährigen Rahmenfrist überwiegend in Engagements steckte, die nicht länger als 6 Wochen dauerten. Das mag vereinzelt für Schauspieler zutreffen, die hauptsächlich für Film und Fernsehen punktuell im Einsatz sind. Aber die Teamkollegen hinter der Kamera und die gastierenden Künstler am Theater arbeiten durchweg länger. Dieser Personenkreis ist von der Regelung von vorneherein völlig ausgeschlossen, was nicht die Absicht des Gesetzgebers gewesen seien dürfte. Um Regieassistenten, Garderobieren, Beleuchter, Kameraassistenten etc. bei Dreharbeiten und die vielen gastierenden Schauspieler an den schlecht bezahlenden Bühnen – kurz, die wirklich Bedürftigen – in den Wirkungskreis der neuen Regelung einzubeziehen, müsste die 6-Wochenbegrenzung auf zumindest 3 Monate verlängert werden.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Die Verdienstgrenze ist ungerecht!</h5>
<p style="text-align: justify;">Außerdem hat der Gesetzgeber eine weitere Anspruchshürde aufgestellt. Wenn ein kurz befristet beschäftigter Kulturschaffende es schon schafft, mit Engagements, die nicht länger als 6 Wochen dauerten, die 6-monatige Anwartschaftszeit zu erfüllen, muss er zusätzlich nachweisen, dass sein sozialversicherungspflichtiger Verdienst in den letzten 12 Monaten vor der Arbeitslosigkeit brutto nicht höher als 30.240 € war. Andernfalls hat er keinen Anspruch. Die Bezugsgröße 30.240 € entspricht dem Durchschnittsbruttoverdienst aller Beschäftigten. Diese Hürde geht vollends an der Wirklichkeit vorbei und ist unfair.</p>
<p style="text-align: justify;">Angestellte mit normalen, unbefristeten Beschäftigungen sind – wenn überhaupt – nur befristet arbeitsuchend. Ihre Bewerbungskosten sind gering und sie müssen für eventuelle Zeiten der Erwerbslosigkeit nicht viel zurücklegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Angestellte mit kurz befristeten Beschäftigungen hingegen sind unbefristet arbeitsuchend. Ihre Bewerbungskosten sind enorm und sie müssen den größten Teil ihres Einkommens für Erwerbslücken und schlechte Beschäftigungszeiten zur Seite legen. Film- und Fernsehschauspieler beispielsweise zahlen mindestens 10 % plus MwSt. ihres Bruttoverdienstes an ihre privaten Arbeitsvermittler. Dabei muss die permanente Aktualisierung des Bewerbungsmaterials – Fotos, Videos, eigene Website, Setkartendruck, etc. – aus eigener Tasche bezahlt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurz, die Bruttojahresverdienste der Normalangestellten und der kurz befristet Beschäftigten sind nicht vergleichbar. Die soziale Bedürftigkeit ließe sich – wenn überhaupt – nur an den Nettoverdiensten ablesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verdiensthürde, so hieß es damals, sei ein Instrument der „Gerechtigkeit“, das verhindere, dass die „Reichen“ unter den kurz befristet Beschäftigten Arbeitslosengeld 1 beanspruchen könnten. Dies Argument ist scheinheilig! Wenn ein leitender Bankangestellter, der jahrelang mit einem Bruttojahresverdienst von 300.000 € nach Hause geht, plötzlich seinen Job verliert, wird ihm kein Gesetz den Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 versagen mit der Begründung, er sei zu „reich“. Die neue Regelung bemüht sich an der einen Stelle redlich, die Benachteiligung der kurz befristet Beschäftigten aufzuheben, und schafft an der anderen Stelle kleinmütig mit der Verdienstgrenze für diesen Personenkreis eine neue Benachteiligung. Das ist widersinnig.</p>
<p style="text-align: justify;">Konsequent wäre, die Verdiensthürde völlig fallen zu lassen. Hilfreich wäre zumindest, sie auf die Jahresarbeitsentgeltgrenze anzuheben, die für die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht gesetzlich vorgeschrieben ist.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Künstler und Kulturschaffende werden durch die Anspruchsbedingungen ausgegrenzt.</h5>
<p style="text-align: justify;">Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zitierte damals eine Auswertung des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB), nach der <em>„die Zahl der überwiegend mehrfach kurz befristet sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in einem Zeitraum von 2 Jahren mindestens 180, maximal aber 359 Tage beschäftigt waren, ca. 10 000 Personen jährlich nicht überschreiten wird“</em>.</p>
<p style="text-align: justify;">Selbst diese Zahl, die bescheidene Kosten vorhersagte, hielt der BFFS damals für maßlos übertrieben. Unsere Überlegung war folgende: Es gibt einschließlich der Schauspieler ca. 30.000 Filmschaffende, von denen mindestens 5.000 nicht zur beabsichtigten Zielgruppe gehören, weil sie selbständig tätig, unständig oder unbefristet beschäftigt sind. Von den restlichen 25.000 kurz befristet Beschäftigten können mindestens 5.000 auch die verkürzte 6-monatige Anwartschaftszeit nicht erfüllen. Unsere Bedenken waren, dass der Großteil der ca. 20.000 Übrigen entweder in der Regel länger als 6 Wochen engagiert ist, mehr als 30.240 € verdient oder beides – also durch die viel zu eng gesetzten Anspruchsvoraussetzungen chancenlos wäre, im Bedarfsfall Arbeitslosengeld 1 zu bekommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Anpassungsregelung zum Bezug auf Arbeitslosengeld 1 ist seit dem 1. August 2009 in Kraft und die bisherigen Erfahrungen scheinen unsere damalige Kritik zu bestätigen. Aus dem Kreis unserer 1.400 Mitglieder ist uns nur eine Handvoll bekannt, die nach der Gesetzesänderung Leistungen beanspruchen konnten. Das sind durchweg die „Schwächsten der Schwachen“ und wir sind glücklich über jede Unterstützung, die Bedürftige durch die neue Regelung erhalten konnten. Aber es sind viel zu wenige und viel zu viele rutschen im Fall der Erwerbslosigkeit gleich durch in Hartz IV.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Mitteilungen der anderen Berufsverbände, die sich wie der BFFS vehement für einen gerechten Arbeitslosengeld-1-Anspruch für kurz befristet beschäftigte Künstler und Kulturschaffende eingesetzt haben, decken sich mit unseren Erfahrungen. So wissen wir vom Dachverband aller Filmteamverbände „Die Filmschaffenden“ und vom Bundesverband der freien Theater (BuFT), dass die meisten Bedürftigen an den viel zu eng gesetzten Anspruchsbedingungen scheitern.</p>
<h5 style="text-align: justify;">Der Gesetzgeber sollte nachbessern – bald – und weiter in die Zukunft denken!</h5>
<p style="text-align: justify;">Mit der Verabschiedung des Gesetzes am 19. Juni 2009 hat der Gesetzgeber den Künstler und Kulturschaffenden gezeigt, dass er sich ihrer strukturellen Benachteiligung im Sozialversicherungssystem annehmen will. Dieses Signal ist bei uns angekommen und hat uns gefreut. Wenn der Gesetzgeber noch zu seinem Wort steht, die Ungerechtigkeiten Schritt für Schritt abzumildern, dann sollte er die oben genannten Mängel des im Ansatz richtigen Änderungsgesetzes beseitigen. Und er sollte damit nicht warten, bis die 3-jährige Befristung des Gesetzes abgelaufen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses Änderungsgesetz regelt im Falle der Arbeitslosigkeit den Leistungs-ANSPRUCH. Der Gesetzgeber und wir, die Betroffenen, sollten uns unabhängig von der Bewertung dieses Gesetzes auch Gedanken machen, wie in Zukunft die Sozialversicherungs-PFLICHT für kurz befristete Beschäftigungen gerechter gestaltet werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">So möchten wir mit den Fragen enden: Ist es im Sinne unseres Sozialsystems, dass Beschäftigungen immer mehr „outgesourct“, gestückelt und komprimiert werden, während die Angestellten mit gehörigen Beitragslücken zurückbleiben? Sollten befristete Beschäftigungen unterhalb eines Jahres nicht zumindest die ganzen beteiligten Kalendermonate über sozialversicherungspflichtig sein und nicht nur an den immer knapper werdenden einzelnen Beschäftigungstagen?</p>

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		<title>Branchenhearing Filmwirtschaft am 12.03.09</title>
		<link>http://blog.bffs.de/2009/12/branchenhearing-filmwirtschaft-am-12-03-09/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 13:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ <p>Die Arbeit des Schauspielers am Set ist unsichtbar. Was wir hinterher auf der Leinwand oder auf dem Bildschirm sehen, sind günstigstenfalls Menschen, die den Schauspieler vergessen machen. Je besser also die Arbeit des Schauspielers ist, desto weniger sieht man sie. Dieser Umstand führt leider oft zu dem Glauben, dass diese unsichtbare Arbeit des Schauspielers [...]


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</ol>]]></description>
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<p><strong>Die Arbeit des Schauspielers am Set ist unsichtbar.<br />
</strong>Was wir hinterher auf der Leinwand oder auf dem Bildschirm sehen, sind günstigstenfalls Menschen, die den Schauspieler vergessen machen. Je besser also die Arbeit des Schauspielers ist, desto weniger sieht man sie. Dieser Umstand führt leider oft zu dem Glauben, dass diese unsichtbare Arbeit des Schauspielers auch nicht existiere. Jahrelang wurden Schauspieler z. B. nur für die Drehtage sozialversichert, als ob sie nur einen Blick ins Drehbuch zu werfen brauchten und – schwupp – eine Figur vor die Kamera zaubern könnten. Diesem Umstand hat der vor zwei Jahren gegründete Schauspielerverband BFFS jetzt durch die gemeinsam mit dem Produzentenverband erarbeitete Feststellung der tatsächlich zu versichernden Arbeitszeit ein Ende gemacht.</p>
<p><span id="more-1200"></span></p>
<p><strong>Schauspielerinnen und Schauspieler arbeiten in einem Umfeld, in dem für immer weniger Geld immer höhere Qualität verlangt wird.<br />
</strong>Die Budgets für Filme stagnieren oder werden gekürzt. Für Schauspieler hat das folgende Konsequenzen: Da ihre Arbeit unsichtbar ist und es ohnehin überall an Geld und damit an Zeit – nämlich Drehtagen – mangelt, <strong>wird ihre Arbeit immer weiter „ausgelagert“. Proben sind ohnehin schon Luxus. Sie werden nicht bezahlt oder sozialversichert</strong> und finden nur statt, wenn ein Regisseur sie vehement genug einfordert und mit Schauspielern arbeitet, die die Qualität ihrer Arbeit über ihren Widerwillen stellen, sich selbst auszubeuten. Denn natürlich müssten Proben eigentlich bezahlt werden, da sie Teil des Prozesses sind, einen guten Film herzustellen. Am Theater ist das eine Selbstverständlichkeit.</p>
<p>Jede Abteilung am Set nimmt ihre eigene Arbeit sehr wichtig. Das ist auch gut so, weil ein Film aus diesen vielen einzelnen Arbeitsschritten entsteht, und je besser diese Einzelleistungen sind, desto besser ist hinterher der Film. Die <strong>„Abteilung Schauspiel“ aber benötigt Ruhe und Konzentration,</strong> d. h. den totalen Stopp sämtlicher anderen Abteilungen. Die Abteilung Schauspiel muss alles das, was sichtbar am Set passiert, nämlich die Kreation einer neuen Welt, nachvollziehen. Das kostet Zeit, die immer seltener dafür gewährt wird, weil die Abteilung Schauspiel unsichtbar arbeitet, am Set hoffnungslos in der Minderheit ist und deshalb jemanden benötigt, der diese Ruhe und Konzentration schafft, nämlich den Regisseur. Der hat aber in den allermeisten Fällen angesichts des ungeheuren Drucks, der auf ihm lastet, häufig nicht mehr die Macht dazu.</p>
<p><strong>Um ihre Arbeit machen zu können, braucht </strong><strong>die Abteilung Schauspiel also Ruhe, Konzentration, Vorbereitungszeit, Probenzeit und die Unterstützung aller anderen Abteilungen</strong> – allen voran natürlich der Abteilung Regie.</p>
<p><strong>Um leben zu können dagegen, braucht die Abteilung Schauspiel, wie alle anderen Abteilungen auch, eine angemessene Vergütung.</strong><br />
Jahrelang waren wir im Großen und Ganzen steigende Gagen und relativ entspannte materielle Verhältnisse gewohnt. Diese Zeiten sind vorbei. <strong>Nicht schleichend, sondern galoppierend verfallen derzeit die Gagen. </strong>Durch den Zwang zu immer billigeren Produktionen entsteht schlechte Qualität zu Dumpingpreisen mit Leuten von der Straße, die, da <strong>es keinen Schutz für die Berufsbezeichnung gibt,</strong> als Schauspieler bezeichnet werden. Auch Schauspieler sind gezwungen, unter ihrer Gage und unter ihrem Niveau zu arbeiten. Dadurch entsteht eine schleichende Verachtung für den ganzen Berufsstand.</p>
<p>Es werden immer mehr <strong>„Sondergagen“</strong> vereinbart. Kaum einer bekommt noch seine Marktwert-Tagesgage. Selbst und gerade öffentlich-rechtliche Sender machen „Friss-oder-stirb“-Angebote mit Dumpinggagen bis herunter auf 300 Euro.</p>
<p>Unabhängige Produzenten sind froh, wenn sie überhaupt einmal einen Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender bekommen. Da die in der Regel an deren hundertprozentige Tochterfirmen gehen, können sich die Unabhängigen nicht leisten, andere Bedingungen zu fordern. Und die Tochterfirmen, die u. a. gegründet wurden, um die gerade selbst abgeschlossenen Tarifverträge zu umgehen, haben kein Interesse an anderen Bedingungen, weil sie sich nur begrenzt auf dem freien Markt behaupten müssen.</p>
<p>Die meisten Kinofilme sind hierzulande Low-Budget- Filme; <strong>Schauspieler arbeiten auf sogenannte Gagenrückstellung,</strong> das heißt entweder umsonst oder für einen Bruchteil ihrer Gage. <strong>Die rückgestellte Gage wird allerdings so gut wie nie ausbezahlt, weil Schauspieler ganz am Ende der Kette der Auszuzahlenden stehen,</strong> die im Erfolgsfall abgearbeitet wird. De facto werden Schauspieler damit zu Coproduzenten, weil sie mit dem rückgestellten Teil ihrer Gage den Film mitfinanzieren.</p>
<p>In der gesamten freien Wirtschaft bröckelt derzeit der Glaube an die Selbstheilungskräfte des Marktes. Wir machen diese Erfahrung bereits eine ganze Weile: Die Gagen- und Qualitätsspirale nach unten wird sich nicht von selbst umdrehen, wie auch? Die öffentlich-rechtlichen Sender gehorchen ja keinen Marktgesetzen, unterwerfen sich ihnen aber, indem sie sich dem Quotendruck unterwerfen. Das führt aber andererseits nicht dazu, dass nach einem Quotenerfolg der nächste Film wieder höher budgetiert und mit mehr Zeit ausgestattet wird. <strong>Die Marktgesetze funktionieren hier also nur als Peitsche, nicht als Zuckerbrot.</strong></p>
<p><strong>Auch die Sparmaßnahmen am übrigen Personal haben direkten Einfluss auf die Qualität schauspielerischer Arbeit:</strong> Maskenbildner werden eingespart, Überstunden werden selbstverständlich nicht bezahlt, Arbeitsschutzgesetze werden inzwischen methodisch gebrochen.</p>
<p>Noch einige Gedanken zur Vergütungsstruktur. Niemand wird bezweifeln, dass der Erfolg einer Serie, eines Films maßgeblich auch von den Schauspielern abhängt. Beim Misserfolg bekommen Schauspieler diesen Zusammenhang auch deutlich zu spüren, weil sie in einem solchen Fall so schnell nicht wieder in einer prominenten Rolle besetzt werden. Im Falle eines Erfolgs gibt es aber keine Belohnung für dieses Risiko. Es gibt i. d. R. keine Zusatzvergütung, egal, wie oft der Film, die Serie wiederholt und verkauft wird. <strong>Die vom Gesetzgeber geschaffenen Gesetze zur Vereinbarung von „angemessenen Vergütungsregeln“ greifen in der Praxis nicht, weil die Kräfteverhältnisse zwischen Urheber- und Leistungsschutzberechtigten auf der einen und den Verwertern auf der anderen Seite zu ungleich sind.</strong><strong>Es findet eine schleichende Verabschiedung der meisten Produktionsgesellschaften und Sender aus der vorbildlichen Institution Pensionskasse statt.</strong> Selbst die öffentlich-rechtlichen Sender, die den weitaus größten Teil ihres Budgets für Pensionszahlungen der festen Mitarbeiter ausgeben, versuchen inzwischen, die Pensionskassen durch Coproduktionstricksereien mit Firmen zu umgehen, die nicht Mitglied in der Pensionskasse sind. Die jahrelang falsch gehandhabte Sozialversicherungspraxis für Schauspieler wird dazu führen, dass Schauspieler im Alter nur dann nicht in die Armut rutschen, wenn sie privat genügend vorgesorgt haben.</p>
<p> </p>
<p>Das wiederum wird bei der derzeitigen Gagenerosion den meisten nicht möglich sein. Wenn man sich vergegenwärtigt, dass bei einem der größten öffentlich- rechtlichen Sender z. B. nur etwa fünf Prozent des Gesamtbudgets für Produktion, der Rest dagegen für Verwaltung und Mitarbeiterpensionen ausgegeben wird, dann kann man sich vorstellen, in welche Richtung die derzeitige Entwicklung zielt: Immer billigere Produktionen führen zu immer geringerem Einkommen der Produzierenden, die dadurch auch immer weniger für ihre Altersrücklagen übrig haben.</p>
<p>Fazit: <strong>Schauspieler tun für einen guten Film fast alles, und das auch noch umsonst.</strong> Das können sie aber nur eine Weile tun. Irgendwann müssen sie den Beruf wechseln.</p>
<p>Um eine kontinuierliche Qualität zu garantieren, benötigen wir deshalb dringend eine neue Wertschätzung und Honorierung dieser Arbeit: mehr Zeit für Proben und mehr Konzentration am Set, eine angemessene Vergütung, die dem Umstand Sorge trägt, dass sich in diesem Beruf extreme Erfolgsphasen mit extremen Misserfolgsphasen abwechseln, eine gerechtere Honorierung der Leistungsschutzrechte und eine echte Teilhabe am sozialen Netz, z. B. die Chance auf Arbeitslosengeld I.</p>
<p><strong>Es ist Zeit für eine Qualitätsoffensive</strong> über eingefahrene oder scheinbare Grenzen hinweg, um Produktions- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die am Ende eines ermöglichen: einen guten Film. <strong>Denn </strong><strong>Qualität ist langfristig das wichtigste Gut eines </strong><strong>prosperierenden Filmstandorts Deutschland.</strong></p>
<p><strong>Zusammenarbeit / Aufforderung:</strong></p>
<ul>
<li>Eine Qualitätsoffensive für bessere Produktions- und Arbeitsbedingungen starten, u. a.</li>
<li>eine höhere Wertschätzung der Schauspielarbeit bewirken</li>
<li>mehr Zeit für Proben und Konzentration am Set</li>
<li>eine angemessene und gerechtere Honorierung der Schauspielerinnen und Schauspieler</li>
</ul>
<p>Thomas Schmuckert</p>

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<ul>
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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung am 15. Juni 2009</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Jun 2009 13:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p>Anpassungsregelung zum Bezug von Arbeitslosengeld I – Entwurf eines Gesetzes der Bundesregierung zur Änderung des III. Sozialgesetzbuches</p> <p>Berlin, 22.06.2009 Der Gesetzesentwurf zum 9. SGB III Änderungsgesetz stellt einen wichtigen Schritt für die soziale Sicherung überwiegend kurz befristet Beschäftigter im Fall der Beschäftigungslosigkeit dar. Gerade für die Künstler und Kulturschaffenden ist es ein entscheidendes, längst [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Anpassungsregelung zum Bezug von Arbeitslosengeld I –<br />
Entwurf eines Gesetzes der Bundesregierung zur Änderung des III. Sozialgesetzbuches</strong></p>
<p>Berlin, 22.06.2009<br />
Der Gesetzesentwurf zum 9. SGB III Änderungsgesetz stellt einen wichtigen Schritt für die soziale Sicherung überwiegend kurz befristet Beschäftigter im Fall der Beschäftigungslosigkeit dar. Gerade für die Künstler und Kulturschaffenden ist es ein entscheidendes, längst überfälliges Signal, Benachteiligungen bei den Voraussetzungen zum Bezug von Arbeitslosengeld I abmildern zu wollen – noch in dieser Legislaturperiode.</p>
<p><span id="more-1076"></span></p>
<p>Es ist daher zu begrüßen, dass dieser Gesetzesentwurf nun in das Parlamentarische Gesetzesverfahren eingebracht worden ist.</p>
<p>Aus meiner Sicht besteht jedoch noch dringender Änderungsbedarf, damit das Gesetz auch tatsächlich die Betroffenen erreicht.</p>
<p><strong>1. Verlängerung der „sechs Wochen Befristung“</strong></p>
<p>Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass sich die Anwartschaftszeit überwiegend aus Beschäftigungen rekrutieren muss, die auf nicht mehr als 6 Wochen befristet sind.</p>
<p>Die Begrenzung auf nicht mehr als 6 Wochen ist erheblich zu kurz. Grundlage für die Festlegung der Befristung sollten die Beschäftigungsverhältnisse sein, wie sie sich typischerweise bei Film- und Fernsehproduktionen oder befristeten Theaterengagements wiederfinden.</p>
<p>Die durchschnittliche Dauer einer Film- oder Fernsehproduktion beträgt ca. 3 bis 6 Monate. Viele Filmschaffende hinter der Kamera wie bspw. Beleuchter-, Masken-, Ton-, Garderoben-, Kamera-, Regie- und Regieassistentenkollegen werden im Rahmen der Filmproduktion für einen weitaus längeren Zeitraum als sechs Wochen benötigt, zumeist 2 bis 3 Monate.</p>
<p>Schauspieler, die als Gast mit einem Stückvertrag am Theater oder für eine Theatertournee befristet beschäftigt werden, fallen auch aus der gesetzlichen Regelung heraus. Solche Engagements dauern mindestens zwei bis drei Monate.</p>
<p><strong>Beispiel 1<br />
</strong>Schauspieler Meier hat in 2 Jahren folgende kurz befristete Beschäftigungsverhältnisse, in einer berufstypischen Mischung aus Film, Fernsehen und Theater:</p>
<p>Dreimonatiges Theaterengagement (Tourneetheater) (91 Sozialversicherungstage)<br />
Zweimonatiger Gastvertrag am Theater (60 Sozialversicherungstage)<br />
7 Beschäftigungsverhältnisse bei Film/Fernsehen, zwischen 1 und 10 Drehtagen mit insgesamt 75 Sozialversicherungstagen.</p>
<p>Anwartschaftszeit von 226 Tagen (etwas über 7 Monate) wird erreicht.<br />
Dennoch entsteht kein Anspruch, da zwei seiner befristeten Beschäftigungsverhältnisse länger als 6 Wochen dauern und zusammen 90 Tage überschreiten.</p>
<p><strong>Beispiel 2<br />
</strong>Regieassistent Schmitz hat in 2 Jahren folgende typisch kurz befristete Beschäftigungsverhältnisse: </p>
<p>Acht Wochen TV-Movie (56 Sozialversicherungstage)<br />
Acht Wochen Tatortdreh (56 Sozialversicherungstage)<br />
Neun Wochen Serienblock á 3 Folgen, (63 Sozialversicherungstage)<br />
Eine Woche Dreh einer Werbung (7 Sozialversicherungstage)<br />
Zwei Wochen Einzelserienfolge (14 Sozialversicherungstage)</p>
<p>Anwartschaftszeit von 196 Tagen (ca. 6 1/2 Monate) wird erreicht.<br />
Dennoch entsteht kein Anspruch, weil die überwiegende Anzahl seiner Beschäftigungsverhältnisse im Einzelfall die Dauer von 6 Wochen und im Gesamten die Zahl von 90 Tagen überschreitet.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Fazit :<br />
</span>1.<br />
</strong>Eine Erhöhung der Befristung auf 3 Monate würde die wirklich Betroffenen und Bedürftigen in der Film-, Fernseh- und Theaterbranche erreichen und ihnen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erleichtern. Die zeitliche Begrenzung der überwiegenden Beschäftigungszeiträume von drei Monaten stellt nach meiner Ansicht einen tragbaren und zu unterstützenden Kompromiss dar.</p>
<p><strong>2. Erhöhung der Einkommensbegrenzung<br />
</strong>Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass das Jahresarbeitsentgelt des Anspruchsberechtigten nicht mehr als das eines durchschnittlichen Dauerbeschäftigten im Jahr 2009, also 30.240,00 EUR, betragen darf.</p>
<p>Die Arbeitsentgeltbegrenzung ist nach meiner Auffassung nicht sachgerecht. Grundlage dieser Zahl ist, dass derzeit die Annahme besteht, 50.000 Betroffene seien in der Film- und Fernsehbranche von diesem Änderungsgesetz betroffen. Nach den mir vorliegenden Informationen muss aber davon ausgegangen werden, dass derzeit nicht mehr als 30.000 überhaupt in der Film- und Fernsehbranche arbeiten. Davon sind einige festangestellt, viele jedoch selbständig tätig, so dass sie von dem Änderungsgesetz überhaupt nicht betroffen sind. Daher kann derzeit davon ausgegangen werden, dass jedenfalls nicht mehr als 10.000 Filmschaffende als kurz befristet Beschäftigte überhaupt die Einkommensgrenze erfüllen können.</p>
<p>Nach meiner Auffassung sollte aus folgenden Gründen die Jahresarbeitsentgeltgrenze zumindest auf die Beitragsbemessungsgrenze aus der Sozialversicherung abgestellt werden.</p>
<p>1. Kurz befristet Beschäftigte befinden sich in einem dauerhaften Bewerbungszustand. Daher fallen ihre Bewerbungskosten extrem viel höher aus als bei einem durchgehend Beschäftigten. Sie sind in ihrem Berufsleben ständig arbeitssuchend.</p>
<p>2. Kurz befristet Beschäftigte müssen höhere Rücklagen bilden und Vorsorge treffen als andere, da sie eben nicht lückenlos Anschlussbeschäftigungen haben und mit zunehmendem Alter immer größere Schwierigkeiten haben, beschäftigt zu werden. Sie sind durch einen lückenhaften Rentenverlauf von Altersarmut bedroht.</p>
<p>3. Kurz befristetet Beschäftigte mit Familie, die älter, krank oder schwanger sind, werden einfach nicht eingestellt.</p>
<p>4. Schauspieler zahlen von ihren Einkünften die Vermittlungsgebühren an ihre Agenturen, in der Regel zwischen 10 und 14 % des Bruttoeinkommens &#8211; aber von ihrem Nettoeinkommen.</p>
<p><strong>Beispiel zu 2.<br />
</strong>Überdurchschnittlich hohe Werbungskosten :</p>
<p>Die notwendigen Bewerbungskosten eines Schauspielers für Demotapes und Fotos, um überhaupt eine Chance im Geschäft zu haben, betragen durchschnittlich pro Monat ca. 200,00 Euro.<br />
Kosten für Vorstellungstermine bei Castern, Produktionsfirmen und Redakteuren bundesweit, sowie Kosten für Filmfestivals, Empfänge etc. müssen mit monatlich ca. 200,00 EUR veranschlagt werden.</p>
<p>Agenturkosten von ca.12 % (incl. USt), das macht bei 30.000,00 Euro Jahreseinkommen ca. 3.600,00 Euro.</p>
<p>Von diesen insgesamt ca. 8.000,00 Euro, die bei der Steuer berücksichtigt werden, ergibt sich gegenüber dem normalen Arbeitnehmer ein Steuervorteil von gut 2.000,00 Euro, den Rest von knapp 6.000,00 Euro muss er von seinem Netto aufbringen. Er hat daher deutlich weniger zur Verfügung als der normale Arbeitnehmer, wenn man das Jahresentgelt auf das Durchschnittseinkommen begrenzt.<br />
Würde ein Schauspieler ein vergleichbares reales Einkommen erzielen wollen, müsste er jährlich ungefähr zwischen 40.000,00 Euro und 42.000,00 Euro Brutto verdienen, da er auch auf den Mehrverdienst wieder Steuern, Sozialabgaben und Agenturgebühren zahlen muss. Und dazu kämen noch die Aufwendungen für eine berufsbedingt notwendige höhere Altersvorsorge.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Fazit :</span><br />
</strong>Erhöhung der Einkommensgrenze:<br />
Die Einkommensbegrenzung für den Arbeitslosengeld-1-Anspruch der kurz befristet Beschäftigten sollte zumindest auf die Jahresarbeitsentgeltgrenze angehoben werden, die für die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht gesetzlich vorgeschrieben ist.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Resümee:</span><br />
</strong>Der vorliegende Gesetzesentwurf stellt einen wichtigen ersten Schritt in die richtige Richtung dar, um die strukturelle Benachteiligung von kurz befristet Beschäftigten beim Bezug von Arbeitslosengeld I zu beseitigen.</p>
<p>Nach meiner Auffassung sollten jedoch die vorgenannten Korrektur- und Änderungsvorschläge bei der Novellierung unbedingt berücksichtigt werden, damit die Chance genutzt wird, nicht nur einen ersten zaghaften Schritt zu gehen, sondern eine gesetzliche Lösung zu schaffen, die wirklich den Betroffenen hilft.</p>
<p>Hochachtungsvoll</p>
<p>Thomas Schmuckert<br />
Vorstandsmitglied des BFFS e.V. – Die Schauspieler</p>

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</ol></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wie funktioniert das neue Arbeitslosengeld-1-Gesetz für kurz befristet Beschäftigte?</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 16:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich Schafmeister</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozialversicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslos]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">Berlin, 19.06.2009 Der Bundestag hat heute wichtige Änderungen am 3. Buch der Sozialgesetzgebung (SGB III) beschlossen. Dort wird u. a. der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 geregelt. Kurz befristet Beschäftigte &#8211; wie z. B. Film- und Fernsehschauspieler &#8211; wurden bisher von diesen Regelungen benachteiligt. Sie sind verpflichtet, in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen, können aber mit ihren kurzen [...]


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<li><a href='http://blog.bffs.de/2009/02/arbeitslosengeld-1-woran-hakts/' rel='bookmark' title='Arbeitslosengeld 1 – woran hakt’s?'>Arbeitslosengeld 1 – woran hakt’s?</a> <small> Hintergrundbericht zum Stand der Dinge Der BFFS hat erfolgreich – im sogenannten „1. SCHRITT“ – geklärt, wie Film- und Fernsehschauspieler nach geltendem Recht korrekt sozialversichert werden müssen. Richtig und wichtig, aber reicht das? Nein! Für stets befristet Beschäftigte, für Kulturschaffende, insbesondere für uns Schauspieler sind die Sozialgesetze nicht kompatibel, sehr bürokratisch und letztendlich [...]...</small></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: justify;">Berlin, 19.06.2009<br />
Der Bundestag hat heute wichtige Änderungen am 3. Buch der Sozialgesetzgebung (SGB III) beschlossen. Dort wird u. a. der Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 geregelt. <strong>Kurz befristet Beschäftigte &#8211; wie z. B. Film- und Fernsehschauspieler &#8211; wurden bisher von diesen Regelungen benachteiligt.</strong> Sie sind verpflichtet, in die Arbeitslosenversicherung einzuzahlen, können aber mit ihren kurzen Anstellungen in der 2-jährigen Rahmenfrist kaum die bisher nötigen 360 Beitragstage (12 Monate) sammeln, um den Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 zu erlangen. Das soll sich nun ändern.<span id="more-956"></span></p>
<ol type="A">
<li>
<div style="text-align: justify; padding-left: 10px;">Unter drei Voraussetzungen kann ein Arbeitsloser jetzt leichter Arbeitslosengeld 1 beanspruchen als bisher:</div>
<ol style="text-align: justify;">
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Seine Beschäftigungstage in der 2-jährigen Rahmenfrist müssen sich überwiegend aus Anstellungen ergeben, die auf nicht mehr als 6 Wochen im Voraus durch Arbeitsvertrag zeit- oder zweckbefristet sind.</div>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Er muss in der 2-jährigen Rahmenfrist insgesamt mindestens 6 Monate (180 Tage) arbeitslosenversichert gearbeitet haben, also die verkürzte Anwartschaftszeit erfüllt haben.</div>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Sein (sozialversicherungspflichtig) erzieltes Arbeitsentgelt in den letzten zwölf Monaten darf die maßgebliche Bezugsgröße nicht übersteigen &#8211; das ist das Durchschnittarbeitssentgelt aller Beschäftigten (zurzeit 30.240 €).</div>
</li>
</ol>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Die Bezugsdauer ist gestaffelt nach erfüllter Anwartschaftszeit. Hat dieser Arbeitslose in der 2-jährigen Rahmenfrist&#8230;</div>
<ul style="text-align: justify;">
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">6 Monate arbeitslosenversichert gearbeitet, bekommt er 3 Monate lang Arbeitslosengeld 1,</div>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">8 Monate arbeitslosenversichert gearbeitet, bekommt er 4 Monate lang Arbeitslosengeld 1,</div>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">10 Monate arbeitslosenversichert gearbeitet, bekommt er 5 Monate lang Arbeitslosengeld 1.</div>
</li>
</ul>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Die Höhe des Arbeitslosengeldes ist &#8211; wie gehabt &#8211; abhängig von der Höhe des Arbeitsentgeltes des letzten Jahres. Nur ausnahmsweise, wenn im letzten Jahr weniger als 90 Tage verdient wurde, erhöht sich dieser Bemessungsrahmen auf 2 Jahre.</div>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Diese Regelungen sind auf 3 Jahre befristet und sollen dann evaluiert, das heißt überprüft werden.</div>
</li>
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Alle anderen Bestimmungen Arbeitslosengeld 1 betreffend bleiben bestehen.</div>
<ul style="text-align: justify;">
<li>
<div style="PADDING-LEFT: 10px">Für den Arbeitlosen, der die 12-monatige Anwartschaftszeit in der 2-jährigen Rahmenfrist erfüllt, ändert sich nichts.</div>
</li>
<li>
<div style="text-align: justify; padding-left: 10px;">Für den Unständigen ändert sich auch nichts. Er zahlt nichts in die Arbeitslosenversicherung und erwirbt dort auch keine Ansprüche.</div>
</li>
</ul>
</li>
</ol>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-958" title="20090520-neunte-sgb-iii-andg-skizze1" src="http://blog.bffs.de/wp-content/uploads/2009/05/20090520-neunte-sgb-iii-andg-skizze1.jpg" alt="20090520-neunte-sgb-iii-andg-skizze1" width="587" height="431" /></p>

<div class="sociable">

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		<title>Pressemitteilung: Initiative des BFFS erreicht Gesetzesänderung zu Arbeitslosengeld 1</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 15:50:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslos]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialversicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[ <p>Soziale Benachteiligung von Schauspielern abgemildert Bundestag verabschiedet Gesetzesänderung Berlin, 19.06.2009</p> <p style="text-align: justify;">Nach langjährigen Forderungen und intensiven Bemühungen des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) wurde heute im Deutschen Bundestag ein Änderungsgesetz zum Bezug von Arbeitslosengeld 1 verabschiedet. Die neue Regelung soll die soziale Benachteiligung von Schauspielern und anderen überwiegend kurz befristet Beschäftigten [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Soziale Benachteiligung von Schauspielern abgemildert<br />
Bundestag verabschiedet Gesetzesänderung<br />
Berlin, 19.06.2009</p>
<p style="text-align: justify;">Nach langjährigen Forderungen und intensiven Bemühungen des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) wurde heute im Deutschen Bundestag ein Änderungsgesetz zum Bezug von Arbeitslosengeld 1 verabschiedet. Die neue Regelung soll die soziale Benachteiligung von Schauspielern und anderen überwiegend kurz befristet Beschäftigten bei Arbeitslosigkeit endlich abmildern. Der BFFS bewertet die Entscheidung als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung und freut sich, dass seine Initiativen hier nun zu einem ersten Erfolg geführt haben. Gleichzeitig ist der Bundesverband zuversichtlich, dass notwendige Überprüfungen und Korrekturen in der nächsten Legislaturperiode vorgenommen werden.</p>
<p><span id="more-1034"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass kurz befristet Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 geltend machen können. Dazu müssen sie innerhalb der Rahmenfrist von zwei Jahren sechs Monate Anwartschaftszeit nachweisen. Die Anwartschaftszeit muss überwiegend aus Beschäftigungen resultieren, die auf nicht länger als sechs Wochen begrenzt sind. Die Obergrenze für den jährlichen Verdienst liegt bei 30.240 Euro.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Erfolg für alle kurz befristet Beschäftigten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Für den BFFS ist der Gesetzesentwurf ein erster richtiger Schritt um die strukturelle Benachteiligung von kurz befristet Beschäftigten beim Bezug von Arbeitslosengeld 1 zu beseitigen. „Wir haben drei Jahre für eine Gesetzesänderung gekämpft“, äußert sich Heinrich Schafmeister, Vorstand und Sozialexperte des BFFS, zu der heutigen Entscheidung. „Wir freuen uns besonders, dass mit dem Gesetzentwurf nicht nur für uns Schauspieler, sondern für alle kurz befristet Beschäftigten eine erste Lösung geschaffen wird.“</p>
<p style="text-align: justify;">Der BFFS sieht allerdings immer noch wichtigen Verbesserungs- und Korrekturbedarf. „Durch die Beschränkung, das zu berücksichtigende Beschäftigungstage der Anwartschaftszeit überwiegend aus sogenannten sechs Wochen Befristungen resultieren müssen, können nur wenige der bei Film und Fernsehen Beschäftigten überhaupt Arbeitslosengeld beziehen“, so Schafmeister. In den vergangenen Monaten hatte der BFFS die politischen Entscheidungsträger immer wieder auf notwendige Korrekturen hingewiesen. Für den BFFS wäre der Personenkreis passender umrissen, wenn alle, die überwiegend bis zu sechs Monate befristet beschäftig sind, einbezogen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">„Politiker aller Parteien haben in unseren Gesprächen immer wieder betont, dass das jetzt verabschiedete Gesetz nur ein erster Kompromiss ist. An ihr Wort werden wir sie in der nächsten Legislaturperiode erinnern und weiter gegen die soziale Benachteiligung von kurz befristet Beschäftigten kämpfen. Jetzt wird es unsere Aufgabe sein, in der nächsten Legislaturperiode wichtige Verbesserungen des Gesetzes für alle Betroffenen durchzusetzen“, macht Thomas Schmuckert vom Vorstand des BFFS deutlich.</p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Der BFFS – Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Der BFFS vertritt die Interessen der Film- und Fernsehschauspieler in Deutschland. Seit seiner Gründung im April 2006 stellt der Bundesverband mit rund 1.100 Mitgliedern heute den größten Interessenverband der nationalen Film- und Fernsehindustrie.<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Hauptanliegen ist eine erfolgreiche und im internationalen Kontext konkurrenzfähige Film- und Fernsehindustrie mit transparenten und fairen Regeln für alle Beteiligten. In dem Bewusstsein, dass Schauspieler Rückrat und Gesicht einer wichtigen Branche mit hohem Zukunftspotential sind, pflegt der Bundesverband eine enge Vernetzung mit Politik, Sendern, Produzenten und anderen Filmverbänden.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Zu den Zielen des BFFS zählen die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und verlässlicher sozialer Standards, sowie die Förderung, Ermöglichung und der Schutz künstlerischer Qualität in Ausbildung und Produktion.</em></p>
<p><strong>Weitere Informationen: </strong></p>
<p>orange:blue Public Relations GmbH<br />
Christian Wehry<br />
Torstr. 218<br />
10115 Berlin<br />
Tel.: 030/284878-0<br />
Fax: 030/284878-20<br />
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		<title>Pressemitteilung: Gesetzentwurf gegen die soziale Benachteiligung von kurz befristet Beschäftigten &#8211; BFFS fordert Nachbesserungen</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 16:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antoine Monot, Jr.</dc:creator>
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<p><strong>Öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag am 15. Juni 2009<br />
</strong>Berlin, 16.06.2009</p>
<p style="text-align: justify;">Der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) bekräftigte am 15. Juni im Deutschen Bundestag seine Positionen zum Gesetzentwurf des 9. SGB III Änderungsgesetzes. In der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Arbeit und Soziales wurde BFFS-Vorstandsmitglied Thomas Schmuckert als Sachverständiger befragt. Er wies erneut auf notwendige Korrekturen am vorliegenden Gesetzentwurf hin, damit das Gesetz die Betroffenen wirklich erreicht. Mit dem diskutierten Vorschlag soll die soziale Benachteiligung von Kulturschaffenden, wie den Angestellten der Film- und Fernsehbranche und auch anderen kurz befristet Beschäftigten bei Arbeitslosigkeit beseitigt werden.</p>
<p><span id="more-1037"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass kurz befristet Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 geltend machen können. Dazu müssen sie innerhalb der Rahmenfrist von zwei Jahren sechs Monate Anwartschaftszeit nachweisen. Die Anwartschaftszeit muss überwiegend aus Beschäftigungen resultieren, die auf nicht länger als sechs Wochen begrenzt sind. Die Obergrenze für den jährlichen Verdienst liegt bei 30.240 Euro.</p>
<p style="text-align: justify;">Für den BFFS ist der Gesetzentwurf ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung, um die strukturelle Benachteiligung von kurz befristet Beschäftigten beim Bezug von Arbeitslosengeld 1 zu beseitigen. Damit das Gesetz die Betroffenen aber wirklich erreicht, sind aus Sicht des BFFS Änderungen notwendig.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Verlängerung der Befristung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In der Anhörung machte Thomas Schmuckert den Mitgliedern des Ausschusses für Arbeit und Soziales deutlich, dass die Begrenzung auf nicht mehr als sechs Wochen erheblich zu kurz ist: „Grundlage für die Festlegung der Befristung sollten die Beschäftigungsverhältnisse sein, wie sie sich typischerweise bei Film- und Fernsehproduktionen oder befristeten Theaterengagements wieder finden“, so der Schauspieler Schmuckert. „Eine Erhöhung auf drei Monate würde die Betroffenen erreichen und ihnen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 erleichtern“.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Erhöhung der Einkommensbegrenzung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch bei der Jahresentgeltgrenze sieht der BFFS Korrekturbedarf. Kurz befristet Beschäftigte müssen unter anderem höhere Rücklagen und Vorsorgen treffen: sie werden nicht lückenlos beschäftigt und haben mit zunehmenden Alter immer größere Schwierigkeiten, eine Anstellung zu finden. Darüber hinaus befinden sich diese Personen in einem dauerhaften Bewerbungszustand, der bei Schauspielern aufgrund von Demotapes und Fotos zudem noch äußerst kostspielig ist. Daher forderte Thomas Schmuckert in der Anhörung: „Die Einkommensbegrenzung für den Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 sollte zumindest auf die Jahresarbeitsentgeltgrenze angehoben werden, die für die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht vorgeschrieben ist.“</p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>Der BFFS – Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V.</strong></em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Der BFFS vertritt die Interessen der Film- und Fernsehschauspieler in Deutschland. Seit seiner Gründung im April 2006 stellt der Bundesverband mit rund 1.100 Mitgliedern heute den größten Interessenverband der nationalen Film- und Fernsehindustrie.<br />
</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Hauptanliegen ist eine erfolgreiche und im internationalen Kontext konkurrenzfähige Film- und Fernsehindustrie mit transparenten und fairen Regeln für alle Beteiligten. In dem Bewusstsein, dass Schauspieler Rückrat und Gesicht einer wichtigen Branche mit hohem Zukunftspotential sind, pflegt der Bundesverband eine enge Vernetzung mit Politik, Sendern, Produzenten und anderen Filmverbänden.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Zu den Zielen des BFFS zählen die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und verlässlicher sozialer Standards, sowie die Förderung, Ermöglichung und der Schutz künstlerischer Qualität in Ausbildung und Produktion.</em></p>
<p><strong>Weitere Informationen: </strong></p>
<p>orange:blue Public Relations GmbH<br />
Christian Wehry<br />
Torstr. 218<br />
10115 Berlin<br />
Tel.: 030/284878-0<br />
Fax: 030/284878-20<br />
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		<title>„Arbeitslosengeld 1, die Erste“</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 11:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Berlin, 20.05.2009</p>
<p style="text-align: justify;">Endlich ist es soweit. Der Gesetzgeber hat sich entschlossen, eine der vielen Benachteiligungen der kurz befristet Beschäftigten ein wenig abzumildern. Heute stimmte das Kabinett dem 9. SGB III-Änderungsgesetz zu, so dass der Bundestag noch bis zum Ende der Legislaturperiode diese wichtige Weichenstellung verabschieden kann. Das Gesetz besagt: Kurz befristet Beschäftigte wie z. B. Film- und Fernsehschaffende können unter bestimmten Bedingungen schon nach einer 6-monatigen Anwartschaftszeit innerhalb der 2-jährigen Rahmenfrist Arbeitslosengeld 1 beanspruchen. Damit reagiert der Gesetzgeber auf die Ungerechtigkeit, dass Kulturschaffende zwar Höchstbeiträge in die Arbeitslosenversicherung einzahlen müssen, auf Grund ihrer kurzen zweckbefristeten Beschäftigungen aber die 12-monatige Anwartschaftszeit kaum erfüllen und den Arbeitslosengeld-1-Anspruch nicht erwerben können.</p>
<p><span id="more-936"></span></p>
<p><strong>Der Erfolg des BFFS.</strong></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 12pt 0cm 6pt; text-align: justify;"><img class="alignright size-medium wp-image-937" title="arbeitslosengeld-1-die-erste" src="http://blog.bffs.de/wp-content/uploads/2009/05/arbeitslosengeld-1-die-erste-253x300.jpg" alt="arbeitslosengeld-1-die-erste" width="173" height="180" />Für diesen Sinneswandel der Politik haben sich viele Verbände und Gewerkschaften in der Film- und Fernsehbranche eingesetzt. Aber der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) musste und konnte eine Hauptrolle spielen. Schauspieler agieren vor der Kamera, sind „berühmt″ und damit in der Pflicht, ihren Bekanntheitsgrad nicht nur für ihre Interessen, sondern auch für die Belange ihrer Teamkollegen hinter der Kamera einzusetzen. Als größter Berufsverband der Schauspieler und der Film- und Fernsehschaffenden insgesamt ist der BFFS seiner besonderen Verantwortung gerecht geworden. Dank seiner vielen und prominenten Mitglieder fand der BFFS in der Öffentlichkeit und bis in die Spitze der Politik reichlich Gehör und konnte auf die ungerechten Auswirkungen der sozialen Gesetzgebung im Kulturbereich am deutlichsten aufmerksam machen.</p>
<p><strong>In der Vergangenheit hatte sich die politische Diskussion verkrampft.</strong></p>
<p>Die einen forderten spezielle Sonderlösungen für Künstler, die anderen wollten die Rückkehr zur alten 3-jährigen Rahmenfrist für alle Beschäftigten. Sie fürchteten eine Sonderbevorzugung der Künstler, die verfassungsrechtlich bedenklich sei, und scheuten den bürokratischen Aufwand, Künstler von Nichtkünstlern unterscheiden zu müssen. Aber mit der Rückkehr zur alten Rahmenfrist alle über einen Kamm zu scheren, bemängelte das andere Lager, wäre nicht nur unbezahlbar, sondern für die betroffenen Kulturschaffenden ungerecht und nutzlos. Die Union und die Sozialdemokraten blockierten sich gegenseitig, die Zeit verstrich und nichts geschah.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><strong>Mit dieser verfahrenen Situation wollte sich der BFFS nicht abfinden.</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">In zahlreichen Treffen mit Spitzenpolitikern &#8211; Andrea Nahles, Olaf Scholz, Franz Müntefering, Bernd Neumann &#8211; ist es dem BFFS gelungen, eine Wende herbeizuführen. Nun forderte z. B. Franz Müntefering im Koalitionsausschuss eine Lösung, die Frank-Walter Steinmeier unterstützte und Olaf Scholz akzeptierte. Bernd Neumann und viele Unionspolitiker machten sich schon lange dafür stark. Das Eis war gebrochen.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><strong>Das kommende Gesetz trägt die Handschrift des BFFS.</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Inhaltlich hat der BFFS darauf gedrungen, nicht ein Gesetz für Künstler, sondern einen Nachteilsausgleich für kurz befristet Beschäftigte zu schaffen. Denn die Gründe für die Benachteiligung liegen weniger im Künstlerdasein, als in der permanenten kurzen Befristung der Beschäftigungen. Außerdem hat der BFFS zusammen mit dem Regieverband bei einem Treffen mit dem Bundesminister für Arbeit uns Soziales, Olaf Scholz, empfohlen, entsprechend der alten Saisonarbeiterregelung die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes im Verhältnis 1 zu 2 zur erfüllten Anwartschaftszeit zu setzen. Beide Anregungen des BFFS sind letztendlich im 9. SGB III-Änderungsgesetz eingeflossen.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><strong>Der BFFS kritisiert die Mängel des Gesetzes.</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">So wichtig das Signal ist, das die Politik in die Kulturlandschaft sendet, so restriktiv sind die Beschränkungen der neuen Regelung. Der Gesetzgeber hat offensichtlich Angst vor seiner eigenen Courage. Denn nur diejenigen, die ihre 6-monatige Anwartschaftszeit überwiegend mit Beschäftigungen erfüllen, die nicht länger als 6 Wochen dauern, und zudem im letzten Jahr nicht mehr als 30.240 € sozialversicherungspflichtig verdient haben, sollen durch das neue Gesetz einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 erhalten.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Die meisten in der Filmbranche und in der Theaterlandschaft arbeiten länger als 6 Wochen und viele verdienen dabei mehr als 30.240 €. Sie alle zahlen in die Arbeitslosenversicherung ein, werden aber vom neuen Gesetz ausgeschlossen. Das bleibt ungerecht! Und trotzdem:</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><strong>Der BFFS macht sich stark für dieses schwache Gesetz, weil es zumindest die Schwächsten unter uns stärkt.</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Denn nun schließt sich langsam der Kreis: Am 7./.8. Mai 2008 haben auf Veranlassung des BFFS die verantwortlichen Sozialversicherungsträger Rechtssicherheit geschaffen, über welche Zeiträume Film- und Fernsehschauspieler nach geltender Gesetzeslage korrekt versichert werden müssen &#8211; nicht nur an den Drehtagen wie in der Vergangenheit, sondern viel durchgehender! Jetzt hängt die Politik die Hürde für kurz befristet Beschäftigte niedriger. Beide Schritte werden einige unserer Schauspieler vor Hartz 4 bewahren. Aber auch manche vom Team werden wieder Arbeitslosengeld 1 bekommen.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><strong>Der BFFS kämpft weiter.</strong></p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">Im Film bilden viele kleine „Takes″, die einzeln gedreht werden, eine fertige Szene. Die Politik redet vom Bohren dicker Bretter und scheint in ähnlichen Trippelschritten vorzugehen. Das 9. SGB III-Änderungsgesetz könnte noch im weiteren parlamentarischen Prozess „reifen″, bevor es am Ende der Legislaturperiode hoffentlich beschlossen wird. Aber auch danach wäre es nicht in Beton gegossen. Es soll auf 3 Jahren befristet und in dieser Zeit überprüft werden &#8211; glücklicherweise. Das bietet dem BFFS viele Chancen, Schritt für Schritt weitere Nachbesserungen zu erkämpfen.</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify"><strong>„Arbeitslosengeld 1, die Erste″</strong> ist im Kasten,</p>
<p style="TEXT-ALIGN: justify">nun drehen wir <strong>„Arbeitslosgeld 1, die Zweite″</strong> und so weiter&#8230;</p>

<div class="sociable">

<ul>
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		<title>Pressemitteilung: Schauspieler auf dem Weg aus der sozialen Benachteiligung</title>
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		<pubDate>Wed, 20 May 2009 09:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Pressemitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitslos]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz 4]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p>Bundeskabinett verabschiedet Gesetzentwurf Berlin, 20.05.2009</p> <p>Die Initiative und die langen, intensiven Gespräche des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) mit den politisch Verantwortlichen haben sich ausgezahlt: Das Bundeskabinett hat heute einen Entwurf zum 9. SGB III Änderungsgesetz verabschiedet. Mit dem Gesetzentwurf soll die soziale Benachteiligung von Schauspielern und anderen überwiegend kurz befristet Beschäftigten [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Bundeskabinett verabschiedet Gesetzentwurf</strong><br />
Berlin, 20.05.2009</p>
<p>Die Initiative und die langen, intensiven Gespräche des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) mit den politisch Verantwortlichen haben sich ausgezahlt: Das Bundeskabinett hat heute einen Entwurf zum 9. SGB III Änderungsgesetz verabschiedet. Mit dem Gesetzentwurf soll die soziale Benachteiligung von Schauspielern und anderen überwiegend kurz befristet Beschäftigten bei Arbeitslosigkeit beseitigt werden. Der BFFS ist zuversichtlich und hofft, dass notwendige Korrekturen an dem Vorschlag nun in der anstehenden parlamentarischen Debatte vorgenommen werden.</p>
<p><span id="more-950"></span></p>
<p>Der Gesetzentwurf sieht vor, dass kurz befristet Beschäftigte unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 geltend machen können. Dazu müssen sie innerhalb der Rahmenfrist von zwei Jahren 6 Monate Anwartschaftszeit nachweisen. Die jeweilige Höchstdauer der Kurzarbeitszeiten ist auf 6 Wochen begrenzt. Die Obergrenze für den jährlichen Verdienst liegt bei 30.240 Euro.</p>
<p>„Positiv ist vor allem, dass mit dem Gesetzentwurf nicht nur für uns Schauspieler, sondern für alle kurz befristet Beschäftigten eine Lösung geschaffen wird&#8221;, beurteilt Heinrich Schafmeister, Vorstand und Sozialexperte des BFFS, den Vorschlag. „Durch die Festlegung der maximalen Kurzarbeitszeit auf 6 Wochen kann jedoch nur ein geringer Teil der bei Film und Fernsehen Beschäftigten Ansprüche geltend machen. Wir haben die zuständigen Ministerien in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen: Der Personenkreis wäre passender umrissen, wenn alle, die überwiegend bis zu sechs Monate befristet beschäftigt sind, einbezogen würden&#8221;, so der Schauspieler weiter.</p>
<p>Der BFFS begrüßt daher die anstehende Debatte im Bundestag: „Parlamentarier aller Fraktionen haben uns in den vergangenen Monaten signalisiert, dass sie sich gegen die soziale Benachteiligung engagieren wollen. Wir gehen daher davon aus, dass nötige Änderungen auch noch durch den Bundestag vorgenommen werden&#8221;, erläutert Heinrich Schafmeister. Eine Überprüfung der Wirksamkeit des Gesetzes ist in drei Jahren vorgesehen. „Notwendige Korrekturen werden spätestens dann offensichtlich,&#8221; so der Schauspieler.</p>
<p><em><strong>Der BFFS – Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V.</strong></em></p>
<p><em>Der BFFS vertritt die Interessen der Film- und Fernsehschauspieler in Deutschland. Seit seiner Gründung im April 2006 stellt der Bundesverband mit rund 1.100 Mitgliedern heute den größten Interessenverband der nationalen Film- und Fernsehindustrie.<br />
</em></p>
<p><em>Hauptanliegen ist eine erfolgreiche und im internationalen Kontext konkurrenzfähige Film- und Fernsehindustrie mit transparenten und fairen Regeln für alle Beteiligten. In dem Bewusstsein, dass Schauspieler Rückrat und Gesicht einer wichtigen Branche mit hohem Zukunftspotential sind, pflegt der Bundesverband eine enge Vernetzung mit Politik, Sendern, Produzenten und anderen Filmverbänden.</em></p>
<p><em>Zu den Zielen des BFFS zählen die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und verlässlicher sozialer Standards, sowie die Förderung, Ermöglichung und der Schutz künstlerischer Qualität in Ausbildung und Produktion.</em></p>
<p><strong>Weitere Informationen: </strong></p>
<p>orange:blue Public Relations GmbH<br />
Christian Wehry<br />
Torstr. 218<br />
10115 Berlin<br />
Tel.: 030/284878-0<br />
Fax:  030/284878-20<br />
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