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	<title>BFFS Themen Blog &#187; Tarif</title>
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		<title>Gemeinsamer Weg zur Lösung der Debütfilmproblematik</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 18:54:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
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		<category><![CDATA[Filmbranche]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">Am Donnerstag, dem 10. November 2011, haben sich Vertreter des BFFS mit Vertretern der Filmakademie Ludwigsburg sowie von ProSiebenSat.1 getroffen. Anlass des Treffens, das in der Geschäftsstelle des BFFS in Berlin stattfand und an dem auch ein Vertreter von ver.di als Gast teilnahm, waren die Auseinandersetzungen um das Engagement von ProSiebenSat.1 im [...]


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<li><a href='http://blog.bffs.de/2011/09/stellungnahme-des-bffs-zum-gagendumping-bei-der-sogenannten-nachwuchsforderung-und-debutfilmen/' rel='bookmark' title='Stellungnahme des BFFS zum Gagendumping bei der sogenannten Nachwuchsförderung und Debütfilmen'>Stellungnahme des BFFS zum Gagendumping bei der sogenannten Nachwuchsförderung und Debütfilmen</a> <small> Sender fordern. Und fördern? Zur unlauteren Nachwuchsförderung auf Kosten der Anderen Die Kürzungen der Produktionsvolumina in allen fiktionalen Produktionsbereichen haben zu einem beispiellosen Gagendumping geführt. Die Einkünfte der Schauspieler sind in den letzten Jahren um bis zu 50 % gesunken. Ähnlich sieht es bei den anderen Filmschaffenden aus. Hinzu kommt, dass immer [...]...</small></li>
<li><a href='http://blog.bffs.de/2010/11/treffen-mit-den-stiftern-des-deutschen-fernsehpreises-am-03-11-2010/' rel='bookmark' title='Treffen mit den Stiftern des Deutschen Fernsehpreises am 03.11.2010'>Treffen mit den Stiftern des Deutschen Fernsehpreises am 03.11.2010</a> <small> Liebe Mitglieder, das Treffen mit den Stiftern des deutschen Fernsehpreises hat, wie geplant, am 03.11.2010 in Köln stattgefunden. Anwesend waren einige Vertreter der Kreativenverbände, sowie hochrangige Sendervertreter, Beiräte und das ständige Sekretariat des deutschen Fernsehpreises. Es herrschte eine konstruktive Atmosphäre, in der noch einmal die unterschiedlichen Standpunkte im Bezug auf Sinn und Ausrichtung des [...]...</small></li>
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<p style="text-align: justify;">Am Donnerstag, dem 10. November 2011, haben sich Vertreter des BFFS mit Vertretern der Filmakademie Ludwigsburg sowie von ProSiebenSat.1 getroffen. Anlass des Treffens, das in der Geschäftsstelle des BFFS in Berlin stattfand und an dem auch ein Vertreter von ver.di als Gast teilnahm, waren die Auseinandersetzungen um das Engagement von ProSiebenSat.1 im Bereich der Förderung von Debütfilmen. Zu den Details dieser Auseinandersetzung möchten wir auf unsere <a href="http://blog.bffs.de/2011/09/stellungnahme-des-bffs-zum-gagendumping-bei-der-sogenannten-nachwuchsforderung-und-debutfilmen/">Stellungnahme auf der BFFS-Website</a> sowie unsere Newsletter an die BFFS-Mitglieder vom <a href="http://blog.bffs.de/2011/09/stellungnahme-des-bffs-zum-gagendumping-bei-der-sogenannten-nachwuchsforderung-und-debutfilmen/">23. September</a> und <a href="http://blog.bffs.de/2011/10/zur-nachwuchsforderungsdebatte/">7. Oktober 2011</a> verweisen.<span id="more-1914"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Das Treffen am 10. November 2011 nutzten alle Gesprächspartner, ihre Argumente noch einmal ausführlich zu erläutern. Der Austausch fand in konstruktiver Atmosphäre statt, wenngleich keine Seite ihre jeweilige Position aufgegeben hat und es naturgemäß nicht möglich war, für diese vielschichtige und seit Jahren bestehende Problematik, die die öffentlich-rechtlichen Sender in gleichem Maße betrifft, in nur einem Gespräch eine Lösung zu erarbeiten. Das Treffen hat jedoch wesentlich dazu beigetragen, das gegenseitige Verständnis zu fördern und es ist bereits jetzt festzuhalten, dass es allen Beteiligten darum geht, den Nachwuchs zu unterstützen und Debütfilme auch künftig möglich zu machen.</p>
<p style="text-align: justify;">Es soll nun versucht werden, gemeinsam zeitnah Modelle zur Nachwuchsförderung zu entwickeln, die alle Beteiligten mittragen können. In diesem Zusammenhang hat ProSiebenSat.1 seine Bereitschaft erklärt, über Schauspielgagen bei fiktionalen Produktionen außerhalb der Nachwuchsförderung zu sprechen und hier für Transparenz zu sorgen. BFFS und ProSiebenSat.1 haben fest vereinbart, den konstruktiven Dialog unter Einbeziehung der Filmakademie Ludwigsburg und Vertretern der Produzentenseite in den nächsten Wochen und Monaten fortzusetzen.</p>

<div class="sociable">

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		<title>Neustart nach Besinnungspause</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 15:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich Schafmeister</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vergütung]]></category>
		<category><![CDATA[Gage]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">Am 12. Oktober wurden in München die am 28. April festgefahrenen Tarifverhandlungen um eine Gagenuntergrenze für Film- und Fernsehschauspieler fortgesetzt. Der BFFS und viele engagierte Schauspieler haben die Zwischenzeit genutzt, mit den Aktionen „Wir gehen baden“ (25. Juni), „Verlängerte Mittags- und Besinnungspause“ (14. Juli), „Wir pfeifen auf dem letzten Loch“ (1. Oktober) [...]


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<p style="text-align: justify;">Am 12. Oktober wurden in München die am 28. April festgefahrenen Tarifverhandlungen um eine Gagenuntergrenze für Film- und Fernsehschauspieler fortgesetzt. Der BFFS und viele engagierte Schauspieler haben die Zwischenzeit genutzt, mit den Aktionen <strong>„Wir gehen baden“</strong> (25. Juni), <strong>„Verlängerte Mittags- und Besinnungspause“</strong> (14. Juli), <strong>„Wir pfeifen auf dem letzten Loch“</strong> (1. Oktober) und der Unterschriftensammlung <strong>„Fair p(l)ay“</strong> (1. bis 11. Oktober) auf die wirtschaftlich und sozial angespannte Lage der Schauspieler hinzuweisen.<span id="more-1895"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Laut der im Jahre 2010 von der Forschungsgruppe BEMA durchgeführten Studie verdienen 68 % aller Schauspieler weniger als 30.000 und immerhin 55 % weniger als 20.000 € Brutto im Jahr. Andere Messungen ergaben, dass in den letzten Jahren die Einkünfte der Film- und Fernsehschauspieler insgesamt um 50 % eingebrochen sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Grund liegt auf der Hand: Die Sender geben immer weniger Filme, Reihen und Serien in Auftrag und jede dieser Produktionen muss mit weniger Budget, sprich mit weniger Drehtagen und Rollen auskommen. Schauspieler werden nach Anzahl ihrer Drehtage vergütet – nicht nach Arbeitsaufwand. Im Vergleich zu früher haben Schauspieler viel weniger Drehtage, die dafür aber mit erheblich höheren Pensen belastet werden. Trotzdem erhalten Schauspieler pro Drehtag nicht mehr, sondern immer weniger Gage.</p>
<p style="text-align: justify;">BFFS und ver.di sehen die Hauptschuld für diese Misere nicht bei den Film- und Fernsehproduzenten, <em>„die einfach den wirtschaftlichen Druck der auftraggebenden Sender weitergeben“</em>, räumt Brien Dorenz, Rechtsanwalt und Verhandlungsführer des BFFS, ein: <em>„Aber die Filmfirmen stehen mit uns gemeinsam in der Verantwortung, durch die Einführung einer fairen, tariflichen Untergrenze zumindest die gröbsten Auswüchse des Gagendumpings zu verhindern.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die Tarifpartner ver.di und BFFS verurteilen, dass Schauspieler teilweise schlechter bezahlt werden als Filmhunde (350 €), -katzen (400 €) und -kühe (450 €). Auch beanspruchen BFFS und ver.di für professionelle Schauspieler eine höhere Vergütung als für nicht ausgebildete Jugendliche. Das ZDF billigt den über 18 Jahre alten Jugendlichen zumindest eine Gage von 600 € zu.</p>
<p style="text-align: justify;">Stattdessen bot die Produzentenallianz den Schauspielern bei der 3. Tarifrunde am 28. April eine Gagenuntergrenze von 400 € an, die sie kurz darauf auf 500 € erhöhte. <em>„Das war wohl der Versuch“</em>, beurteilt Brien Dorenz, <em>„die unwürdigen, auf Tierniveau gedrückten Gagen tariflich absegnen zu lassen“</em>. Sein Fazit: <em>„Wir sahen uns von nun an gezwungen, auch mit Kampfmaßnahmen unsere Entschlossenheit zu zeigen.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die Tarifgespräche steckten in der Sackgasse und eine längere Verhandlungspause war die Folge, in der beide Seiten sich auf neue Wege besinnen konnten.</p>
<p style="text-align: justify;">Der BFFS hat inzwischen begonnen, mit einer Kette unterschiedlicher Aktionen den Verhandlungsdruck zu erhöhen. Außerdem bemüht sich der BFFS um Transparenz und hat dafür die Emailadresse <span id="enkoder_1_2003140813">email hidden; JavaScript is required</span><script type="text/javascript">
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</script> eingerichtet. Dort sammelt er alle kritischen Fälle, in denen gegen Gesetze, Verträge oder schlicht den Anstand verstoßen wird – insbesondere aber Beispiele für Gagen, die „auf den Hund gekommen“ sind. Eine entsprechende Dumpingliste wurde der Produzentenallianz erstmals zur Verfügung gestellt und zur Eröffnung der 4. Tarifrunde am 12. Oktober gemeinsam diskutiert. Als speziellen Gast hatte der BFFS Carla Rehm, Vorsitzende des Verbandes Deutscher Schauspieleragenturen, hinzugebeten, um auch den Erfahrungsschatz der Schauspielagenturen in die Gespräche einfließen zu lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Produzentenallianz hatte zum Verhandlungstermin Fragen an ver.di und BFFS vorbereitet, mit dem Ziel, neue Kompromisslinien zu finden. <em>„Beide Seiten konnten sich auch in dieser Runde noch nicht wirklich annähern“</em>, meint Brien Dorenz, <em>„aber die Produzentenallianz scheint nun gewillt zu sein, die Verhandlungen konstruktiver zu führen. Das bewerten wir als Neustart“</em>.</p>

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		<title>Zur Nachwuchsförderungsdebatte</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 11:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">Zur Nachwuchsförderungsdebatte</p> <p style="text-align: justify;">Liebe Kollegen!</p> <p style="text-align: justify;">Durch die laufenden Tarifverhandlungen und derzeitigen Debütfilmdiskussionen sehen wir uns veranlasst, Euch noch einmal die Zusammenhänge der beiden Themen und die Position des BFFS zu erläutern.</p> <p style="text-align: justify;">Ausgangssituation:</p> <p style="text-align: justify;">Seit Jahren reden öffentlich-rechtliche Sender von „Nachwuchsförderung“, wenn sie außerhalb der Primetime Debütfilme [...]


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<li><a href='http://blog.bffs.de/2011/11/gemeinsamer-weg-zur-losung-der-debutfilmproblematik/' rel='bookmark' title='Gemeinsamer Weg zur Lösung der Debütfilmproblematik'>Gemeinsamer Weg zur Lösung der Debütfilmproblematik</a> <small> Am Donnerstag, dem 10. November 2011, haben sich Vertreter des BFFS mit Vertretern der Filmakademie Ludwigsburg sowie von ProSiebenSat.1 getroffen. Anlass des Treffens, das in der Geschäftsstelle des BFFS in Berlin stattfand und an dem auch ein Vertreter von ver.di als Gast teilnahm, waren die Auseinandersetzungen um das Engagement von ProSiebenSat.1 im [...]...</small></li>
<li><a href='http://blog.bffs.de/2011/10/degeto-halde-verursacht-auftragsloch/' rel='bookmark' title='Degeto-Halde verursacht Auftragsloch?'>Degeto-Halde verursacht Auftragsloch?</a> <small> Die ARD-Tochter Degeto hat offenbar zu viel fiktionale Filme, Reihen und Serien auf Halde produzieren lassen. Am 20.09.2011 bedauerte die Degeto in einer Presseerklärung, dass sie in den Jahren 2010 und 2011 ihr Engagement „sowohl im Lizenzerwerb als auch in der Produktion intensiviert“ habe und bat um Verständnis, „dass sie [...]...</small></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: justify;"><strong>Zur Nachwuchsförderungsdebatte</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Liebe Kollegen!</p>
<p style="text-align: justify;">Durch die laufenden Tarifverhandlungen und derzeitigen Debütfilmdiskussionen sehen wir uns veranlasst, Euch noch einmal die Zusammenhänge der beiden Themen und die Position des BFFS zu erläutern.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Ausgangssituation:</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;">Seit Jahren reden öffentlich-rechtliche Sender von „Nachwuchsförderung“, wenn sie außerhalb der Primetime Debütfilme ausstrahlen, bei denen das Team weit unter Tarif arbeiten musste und bei denen Schauspieler mitspielten, ohne eine angemessene Gage erhalten zu haben. Wohlgemerkt: Als Debütanten gelten dabei nicht die Sender, nicht die Filmfirmen, auch nicht das Team und nicht die Schauspieler, sondern nur die bereits ausgebildeten Jungregisseure, die ihren ersten Langfilm machen.</p>
<p><span id="more-1872"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Manchmal wurde mit Schauspielern Rückstellungsverträge geschlossen, die ihnen im Falle eines finanziellen Erfolges zusicherten, die zurückgestellte, angemessene Gage Stück für Stück nachgezahlt zu bekommen. Aber auch diese eher theoretische als praktische Gagenvertröstung stirbt langsam aus und war tariflich ohnehin nie legitimiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Reiz für uns Filmschaffende trotz wirtschaftlicher, rechtlicher, politischer und tariflicher Bedenken bei den von Sendern billig erworbenen Debütfilmen mitzumachen, besteht meist darin, dass diese Projekte voller künstlerischer Leidenschaft stecken, die wir in der übrigen Film- und Fernsehlandschaft so herzlich vermissen.</p>
<p style="text-align: justify;">Anlässlich der First Steps Awards im August eröffnete ProSiebenSat.1 cora publikum, solche Low-Budget-Debütfilme sogar zur (werberelevanten) Primetime ausstrahlen zu wollen, und beanspruchte, was für die öffentlich-rechtlichen Sender Recht sei, müsse nun auch für die privaten Sender billig sein: ProSiebenSat.1 sieht die Pflicht und Schuldigkeit der Schauspieler und ihrer Agenten, Primetime-Debütfilme zu unterstützen und dabei auf den größten Teil einer angemessenen Gage zu verzichten. Von der Opferbereitschaft des Teams war dort zwar nicht die Rede, wird aber dennoch von ProSiebenSat.1 eingefordert.</p>
<p style="text-align: justify;">Beim ersten nicht öffentlichen Briefwechsel hat ProSiebenSat.1 dem BFFS angekündigt, an einer „attraktiven Lösung“ zu arbeiten und diese mit „besonders relevanten Schauspielagenturen“ zu diskutieren. An die zuständigen Arbeitnehmervertretungen als Gesprächpartner – z. B. ver.di, BFFS, Die Filmschaffenden mit den dort organisierten Teamleuten – hatte ProSiebenSat.1 dabei nicht gedacht.</p>
<p style="text-align: justify;">Weil diese Treffen bereits ab Ende September terminiert waren, hat sich der BFFS beeilt, einen offenen Brief an ProSiebenSat.1, eine Stellungnahme und eine Pressemeldung zu schreiben, die von den anderen Filmschaffendenverbänden und ver.di mit unterschrieben wurden. Diese Unterstützung, der sich u. a. auch der Verband der Schauspielagenturen, der Castingverband, der Composers Club anschlossen, ist umso bemerkenswerter, da der Abstimmungsprozess unter großem Zeitdruck geschehen musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Nun weiß jeder, der in unserer Branche „Lösungen“ diskutiert, worin sich alle zuständigen Arbeitnehmervertretungen einig sind:</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Der gesetzlich vorgesehene Schutz, als Arbeitnehmer keine Unternehmensrisiken tragen zu müssen, darf nicht für ein paar Süßigkeiten abgekauft werden.</li>
<li>Es gibt auch bei Debütfilmen grundsätzlich keine Legitimation, Tarifverträge zu brechen. „Lösungen“, die davon ausgehen, zunächst keine Tarifgagen (und keine faire Schauspielergagen) zahlen zu müssen und die Filmschaffenden auf spätere Erlöse zu vertrösten, widersprechen dem gültigen Tarifvertrag und sind inakzeptabel – insbesondere wenn dahinter ausgewachsene Sender stecken.</li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Inzwischen hat ProSiebenSat.1 gegenüber einigen Schauspielagenten ein Entgegenkommen in Aussicht gestellt, das der BFFS und die Unterstützer des offenen Briefs aber für eine Mogelpackung halten:</p>
<p style="text-align: justify;">Schauspieler und Teamleute sollen demnach zwar keine Tarif- bzw. keine faire Gage bekommen, aber bei Wiederholungen und Auslandsverkäufen aus 50 % der Erlöse nach vergütet werden. ProSiebenSat.1 überbietet damit zwar die übliche Gagenpraxis der öffentlich-rechtlichen Debütfilmproduktionen, unterläuft aber wie diese den gültigen Tarifvertrag.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Verlockung und dem künstlerischen Reiz der Debütprojekte mögen einige Schauspieler und ihre Agenturen nicht widerstehen können. Wer sollte ihnen das in diesen harten Zeiten übel nehmen?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aber die Interessensvertretung der Schauspieler selber, der BFFS und sein Vorstand, der zurzeit in Tarifverhandlungen eine „Anfängergage“ für Schauspieler durchsetzen will, kann keine „Lösung“ gutheißen, die gültige Tarifverträge unterläuft. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Außerdem darf der BFFS nicht den Zusammenhalt mit den Teamkollegen gefährden. Schließlich brauchen wir den Rückhalt des Teams – gerade weil wir unsere tariflichen Ziele auch mit Maßnahmen am Set durchsetzen müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der BFFS bleibt dialogbereit, aber er darf keine falschen Kompromisse eingehen. Es gilt, die wenigen bestehenden Regeln zu schützen und sie nicht durch überbordende Ausnahmen ad absurdum zu führen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span style="text-decoration: underline;">Grundsätzliche BFFS-Positionen:</span></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Keine Kostenübernahme von Unternehmerpflichten!</strong> Im Sinne des Gesetzes ist Zukunftssicherung, wie Innovation, Nachwuchsförderung, Experimentier- und Risikobereitschaft, die ureigenste Pflicht und Schuldigkeit eines Unternehmens und darf von ihm nicht den Arbeitnehmern in Rechnung gestellt werden. Dieser Grundsatz – auch wenn er in unserer Branche oft gebrochen wird – darf nicht zur Disposition stehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kein Recht im Unrecht!</strong> Ein Sender kann seine unlautere Praxis, die Nachwuchskosten durch untertarifliche Bezahlung der Teamleute und Dumping der Schauspielergagen zu refinanzieren, nicht mit dem Verweis auf die ähnlich unlautere Praxis anderer Sender entschuldigen. Es gibt kein Recht im Unrecht – auch nicht, wenn dieses Unrecht schon seit Jahren geschieht!<br />
<strong><br />
</strong><strong>Keine falschen Kompromisse!</strong> Das von ProSiebenSat.1 aktuell in Aussicht gestellte Entgegenkommen, bei Wiederholungen und Auslandsverkäufen ein bisschen nach zu vergüten, klingt verlockend, ändert aber nichts an den elementaren Einwänden:<strong> </strong></p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>Der gesetzlich vorgesehene Schutz, als Arbeitnehmer keine Unternehmensrisiken tragen zu müssen, wird aufgeweicht.<strong></strong></li>
<li>Der gültige Tarifvertrag wird gebrochen, weil Teamleute untertariflich vergütet werden. Und das tarifliche Ziel einer Gagenuntergrenze für Schauspieler wird durch die Vorfestlegung auf eine unfaire Gagenhöhe unterhalb der BFFS-Forderung vereitelt.<strong></strong></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">Der BFFS kann als Tarifpartei der Schauspieler diese Prinzipien nicht aufgeben, sonst würde er sich für die laufenden Tarifverhandlungen disqualifizieren.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Aber Dialogbereitschaft!</strong> Der BFFS unterstellt allen Filmschaffenden, auch den Entscheidungsträgern bei den Filmfirmen und Sendern, in bester Absicht den Nachwuchs fördern zu wollen. Das sollte die Grundlage sein, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Der BFFS muss allerdings mit aller gebotenen Strenge darauf achten, dass Förderung nicht falsch „eingepflanzt“ wird. Sonst wird nicht Nachwuchs, sondern arbeits- und tarifrechtlicher Wildwuchs gefördert.<strong></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong> </strong>Der Vorstand des BFFS</p>

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<li><a href='http://blog.bffs.de/2011/10/degeto-halde-verursacht-auftragsloch/' rel='bookmark' title='Degeto-Halde verursacht Auftragsloch?'>Degeto-Halde verursacht Auftragsloch?</a> <small> Die ARD-Tochter Degeto hat offenbar zu viel fiktionale Filme, Reihen und Serien auf Halde produzieren lassen. Am 20.09.2011 bedauerte die Degeto in einer Presseerklärung, dass sie in den Jahren 2010 und 2011 ihr Engagement „sowohl im Lizenzerwerb als auch in der Produktion intensiviert“ habe und bat um Verständnis, „dass sie [...]...</small></li>
</ol></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stellungnahme des BFFS zum Gagendumping bei der sogenannten Nachwuchsförderung und Debütfilmen</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2011 15:19:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ <p>Sender fordern. Und fördern? Zur unlauteren Nachwuchsförderung auf Kosten der Anderen</p> <p style="text-align: justify;">Die Kürzungen der Produktionsvolumina in allen fiktionalen Produktionsbereichen haben zu einem beispiellosen Gagendumping geführt. Die Einkünfte der Schauspieler sind in den letzten Jahren um bis zu 50 % gesunken. Ähnlich sieht es bei den anderen Filmschaffenden aus. Hinzu kommt, dass immer [...]


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<li><a href='http://blog.bffs.de/2007/08/bffs-veranstaltung-auf-dem-munchner-filmfest/' rel='bookmark' title='BFFS-Veranstaltung auf dem Münchner Filmfest'>BFFS-Veranstaltung auf dem Münchner Filmfest</a> <small> Anlässlich des 1-jährigen Geburtstages unseres jungen Verbandes haben wir während des Münchner Filmfestes 2007 zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Was leisten Schauspieler und können wir uns Schauspielerei noch leisten?“ Kollegen, aber auch Agenten, Caster und andere Interessierte eingeladen. Das Thema schien viele zu interessieren. Der Saal war mit 60 Besuchern jedenfalls voll. Wie [...]...</small></li>
</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Sender fordern. Und fördern?</strong><br />
<strong>Zur unlauteren Nachwuchsförderung auf Kosten der Anderen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Kürzungen der Produktionsvolumina in allen fiktionalen Produktionsbereichen haben zu einem beispiellosen Gagendumping geführt. Die Einkünfte der Schauspieler sind in den letzten Jahren um bis zu 50 % gesunken. Ähnlich sieht es bei den anderen Filmschaffenden aus. Hinzu kommt, dass immer mehr Sender und Produktionsgesellschaften Beiträge in die Pensionskassen nicht mehr leisten wollen. Das Netz zur sozialen Absicherung und Vorsorge der kurz befristet beschäftigten Filmschaffenden wird immer löchriger. Diese Entwicklung erfüllt uns Filmschaffende mit größter Sorge.</p>
<p><span id="more-1855"></span></p>
<p style="text-align: justify;">In den letzten Jahren ist eine Schieflage bei der Entlohnung der Filmschaffenden entstanden, die inzwischen zu einer Umkehrung der Verhältnisse führt, die viele Filmschaffende gar nicht mehr als solche erkennen können, weil es für sie normal geworden ist, entweder für eine rein symbolische Gage oder gleich ganz umsonst zu arbeiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Rede ist von den sogenannten Nachwuchsproduktionen. Die öffentlich-rechtlichen Sender nennen sie „Kleines Fernsehspiel“ oder „Debüt im Ersten“. Ein frischgebackener Regisseur bekommt die Chance, seinen ersten abendfüllenden Spielfilm zu inszenieren, der dann in der Regel eine kleine Kinoauswertung und einen Sendeplatz spätabends erhält. Das Budget ist minimal, die Gagen ebenfalls. Und trotzdem arbeiten die meisten Filmschaffenden, auch namhafte Schauspieler, immer wieder in solchen Produktionen mit, sei es, weil sie ihnen die Möglichkeit bieten, sich jenseits des Quotendrucks auszuprobieren, sei es, weil sie sich noch gut an ihre eigene Zeit als Nachwuchstalent erinnern können.</p>
<p style="text-align: justify;">Bisher gehörte es aber zum guten Ton, dass die eingesparte Gage zurückgestellt, also im Fall einer weiteren Verwertung, Wiederholung, eines Verkaufs bzw. Erfolgs im Kino nachträglich ausbezahlt wurde. Schon das ist eine Schieflage, weil damit die Arbeitnehmer eigentlich zu Koproduzenten werden, ohne allerdings Entscheidungsbefugnis zu besitzen. Aber zumindest bedeutete diese Praxis das Eingeständnis, dass diese Art der „Nachwuchsförderung“ nicht legitim ist und nur notgedrungen geduldet wird. Inzwischen aber gibt es Bemühungen, selbst diese Selbstverständlichkeit abzuschaffen.</p>
<p style="text-align: justify;">Denn nun möchten auch Privatsender sich auf dem Gebiet der „Nachwuchsförderung“ profilieren. Anlässlich der FIRST STEPS Awards am 23. August 2011 forderte Joachim Kosack, SAT.1 Co-Geschäftsführer und Senior Vice President Deutsche Fiction der ProSiebenSat.1 TV, die Schauspieler auf, bei Debütfilmen, die in der Primetime laufen sollen, unter Verzicht des größten Teils ihres Gehalts mitzuspielen. Dass bei diesen Low-Budget-Filmen die Vergütung der anderen Filmschaffenden ebenfalls weit unter den Tariflohn gedrückt wird, versteht sich von selbst.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Großzügigkeit der Filmschaffenden, sich immer wieder für solche Nachwuchsproduktionen zur Verfügung zu stellen, die sie mit ihrer Nahezu-Gratisarbeitskraft mitfinanzieren, wird plötzlich öffentlich mit dem Argument eingefordert, dass der Privatsender sich „für den Nachwuchs“ engagiere und die Nachwuchsproduktion in der Primetime auszustrahlen gedenke, um den Nachwuchstalenten eine größere Öffentlichkeit zu ermöglichen. Damit hat die Schieflage einen Grad erreicht, bei dem man als Filmschaffender nicht mehr aufrecht stehen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Man stelle sich vor, Mercedes-Benz würde ankündigen, die Kosten für die Entwicklung eines neuen Elektroautos oder die Ausbildungskosten der Lehrlinge von den Gehältern der anderen Mitarbeiter abzuziehen. Diese absurde Vorstellung wird in der Filmbranche zum allabendlichen Standardprogramm mit der pikanten Note, dass die Filmschaffenden gefordert sind, ihre Gage zu opfern, während die Sender sich als Förderer feiern.</p>
<p style="text-align: justify;">Möglich ist diese Schieflage deswegen, weil sowohl Produzenten als auch Filmkreative ihren Beruf in der Regel aus Idealismus und Leidenschaft für den Film begonnen haben und im Zweifel immer ein Projekt lieber realisieren als verhindern wollen, egal zu welchem Preis. Der Unterschied zwischen den festangestellten Senderverantwortlichen und den kurz befristet beschäftigten Filmkreativen ist aber, dass Erstere für eine Nachwuchsproduktion nicht auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten müssen, Letztere nun aber moralisch unter Druck setzen, dieses ihrerseits zu tun.</p>
<p style="text-align: justify;">In unserer Film- und Fernsehlandschaft, in der leider schon lange die Selbstverständlichkeiten anderer Branchen nicht mehr gelten, werden die Arbeitsverhältnisse und Arbeitsgesetze aber durch eine solche Ankündigung auf den Kopf gestellt. Es wird Zeit, dass der Umgang in der Filmbranche wieder den Regeln der Fairness und den existierenden Arbeitsgesetzen gehorcht.</p>
<p>der Vorstand des BFFS</p>
<p style="text-align: center;">Diese Stellungnahme unterstützen folgende Verbände:</p>
<p style="text-align: center;">Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di<br />
Verband Deutscher Schauspieler Agenturen e.V. &#8211; VDSA<br />
Composers Club e.V. &#8211; CC<br />
Bundesvereinigung der Filmschaffenden-Verbände e.V.<br />
darunter unter anderem:<br />
Bundesverband Casting e.V. &#8211; BVC<br />
Bundesverband Kamera e.V. – BVK<br />
Bundesverband Filmschnitt Editor e.V. – BFS<br />
Berufsvereinigung Filmton e.V. – bvft<br />
Verband der Szenebildner, Filmarchitekten und Kostümbildner in Europa e.V. &#8211; SFK<br />
Verband Deutscher Tonmeister e.V. &#8211; VDT<br />
Bundesvereinigung Maskenbild e.V. &#8211; BVM<br />
Bundesverband deutscher Stuntleute e.V. &#8211; BvS<br />
Bundesverband Beleuchtung und Bühne e.V. &#8211; BVB<br />
Bundesverband der Fernsehkameraleute e. V. &#8211; BVFK<br />
Verband der Requisiteure &amp; Set Decorator e.V. &#8211; VdR/SD</p>
<p style="text-align: center;"> </p>

<div class="sociable">

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		<title>Gespräch mit dem ZDF am 28. Februar 2011</title>
		<link>http://blog.bffs.de/2011/04/gesprach-mit-dem-zdf-am-28-februar-2011/</link>
		<comments>http://blog.bffs.de/2011/04/gesprach-mit-dem-zdf-am-28-februar-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 10:21:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[Vergütung]]></category>
		<category><![CDATA[Filmbranche]]></category>
		<category><![CDATA[Tarif]]></category>

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		<description><![CDATA[ <p>Liebe Mitglieder,</p> <p>am 28. Februar 2011 haben wir uns zu einem ersten Gespräch mit der Führungsebene des Zweiten Deutschen Fernsehens in Mainz getroffen.</p> <p>Seitens des ZDF wurde das Gespräch durch den stellvertretenden Programmdirektor Herrn Reinhold Elschot und dem leitenden Justiziar Herrn Peter Weber geführt. Darüber hinaus waren noch eine Vertreterin des Rechte- und Vertragsmanagements [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Liebe Mitglieder,</p>
<p>am 28. Februar 2011 haben wir uns zu einem ersten Gespräch mit der  Führungsebene des Zweiten Deutschen Fernsehens in Mainz getroffen.</p>
<p>Seitens des ZDF wurde das Gespräch durch den stellvertretenden  Programmdirektor Herrn Reinhold Elschot und dem leitenden Justiziar  Herrn Peter Weber geführt. Darüber hinaus waren noch eine Vertreterin  des Rechte- und Vertragsmanagements sowie ein Vertreter des  Produktionsmanagements für fiktionale Programme anwesend.</p>
<p>Für den BFFS waren die Vorstände Hans-Werner Meyer, Heinrich  Schafmeister, Thomas Schmuckert sowie unsere Justiziare Brien Dorenz und  Bernhard F. Störkmann anwesend.</p>
<p><span id="more-1759"></span></p>
<p>Vier wesentliche Punkte waren Gegenstand unseres ersten Gespräches:</p>
<p>1.	Einbindung des ZDF in die Gespräche zur angemessenen Vergütung von Schauspielern mit der Produzentenallianz,<br />
2.	Problematik des Kostendruckes bei fiktionalen Produktionen,<br />
3.	Betragsleistungen der vom ZDF beauftragten Produktionen in die Pensionskasse zu Gunsten der Filmmitwirkenden,<br />
4.	mögliche Unterstützung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens durch den BFFS.</p>
<p>Es ging zunächst um die mögliche Einbindung des ZDF in die  derzeitigen Gespräche zur angemessenen Vergütung von Schauspielern, die  wir derzeit im Rahmen der Tarifverhandlungen mit der Produzentenallianz  führen. Es fand hier ein offener Gedankenaustausch statt. Grundsätzlich  hatte das ZDF hier seinen Willen bekundet, sich als dritter  Gesprächspartner auch außerhalb dieser Tarifverhandlungen an der  Problemlösung zu beteiligen.</p>
<p>In diesem Zusammenhang haben wir ausführlich den allgemeinen Verfall  der Schauspielergagen angesprochen. Die ZDF Vertreter haben ihre  Gagenstruktur, insbesondere Jungschauspieler betreffend, erläutert.  Sondergagen in der Höhe von „Hundegagen“ (350,00 EURO) würden &#8211; so wurde  uns versichert &#8211; vom ZDF nicht toleriert.</p>
<p>Ein weiteres wichtiges in diesem Zusammenhang stehendes  Gesprächsthema war der Kostendruck bei fiktionalen Produktionen. In  diesem Zusammenhang wurde auch die damit einhergehende Streichung von  Drehtagen thematisiert. Das ZDF hat erfreulicherweise sein Bemühen  bekundet, die Budgets der einzelnen fiktionalen Produktionen nicht zu  kürzen. Beispielsweise sollen für 90-Minüter auch weiterhin in der Regel  Budgets zwischen 1,3 – 1,4 Mio. Euro zur Verfügung stehen und mit 23  Drehtagen kalkuliert werden. Zwar müsse das ZDF natürlich auch auf eine  ordnungsgemäße ökonomische Produktionsdurchführung und Kostenkalkulation  achten, dies führe aber im Grundsatz nicht zu durch das ZDF  vorgegebenen „Drehtagkürzungen“.</p>
<p>Drehtagkürzungen durch die Auftragsproduktionen seien nicht bekannt,  hier wurde erklärt, dass solche Kürzungen gegenüber dem ZDF offengelegt  werden müssten. In diesem Fall wären nämlich die Budgetkalkulationen zu  korrigieren.</p>
<p>Schließlich wurde die Problematik angesprochen, dass oftmals vom ZDF  beauftragte Produktionen Mitwirkenden die Möglichkeit zur  Zusatzversicherung in der Pensionskasse verwehren.</p>
<p>Hier hat das ZDF signalisiert, grundsätzlich alle Produktionsfirmen  darüber zu informieren, dass Leistungen zu der Pensionskasse durch das  ZDF erstattet werden. Die Produktion müsse nur die Mitwirkung von  Filmschaffenden nachweisen, die in der Pensionskasse sind.</p>
<p>Wir haben im Rahmen dieser Gespräche dem ZDF angeboten, dass der BFFS  gerne in Zukunft seinen Beitrag leisten möchte, das  öffentlich-rechtliche Fernsehen zu unterstützen.</p>
<p>Beispielsweise könnte der BFFS bei Kampagnen mitwirken, die den Sinn  und die Notwendigkeit der Gebührenerhebung für die  öffentlich-rechtlichen Sender bewerben.</p>
<p>Das Gespräch verlief in einer insgesamt sehr konstruktiven und  offenen Atmosphäre. Es bestand uneingeschränkt Konsens, künftig die  Gespräche regelmäßig fortzusetzen.</p>
<p>Mit herzlichen Grüßen<br />
der Vorstand des BFFS</p>

<div class="sociable">

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</ul>
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		<title>„Kostüm und Maske“ – Irrtum!</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 19:00:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich Schafmeister</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[Vergütung]]></category>
		<category><![CDATA[Gage]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">Der alte Klassiker: Du bist, wie in der Dispo geplant, vom Produktionsfahrer abgeholt worden oder selbst gekommen, wartest am Drehort auf Deinen Einsatz und dann vielleicht erst nach Stunden hörst Du: „Tut uns leid, aber wir können heute mit dir nicht drehen, weil wir hängen, weil es regnet, weil dein Kollege besoffen [...]


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: justify;">Der alte Klassiker: Du bist, wie in der Dispo geplant, vom Produktionsfahrer abgeholt worden oder selbst gekommen, wartest am Drehort auf Deinen Einsatz und dann vielleicht erst nach Stunden hörst Du: <em>„Tut uns leid, aber wir können heute mit dir nicht drehen, weil wir hängen, weil es regnet, weil dein Kollege besoffen ist…“</em> oder was sonst noch als „höhere Gewalt“ herhalten muss.</p>
<p style="text-align: justify;">Und dann kommt die Keule: <em>„Du warst noch nicht in Kostüm und Maske“</em>. Mit diesem Spruch, der so selbstverständlich daher kommt wie die heilige Schrift, wird Dir die Bezahlung des Drehtages verweigert – ZU UNRECHT!<span id="more-1553"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Blättern wir mal nach, wo steht denn diese ominöse Kostüm-und-Maske-Klausel? In der Bibel und im Koran nicht, im Gesetz nicht, im Tarifvertrag nicht und selbst in Deinem Arbeitsvertrag suchen wir (hoffentlich) vergebens.</p>
<p style="text-align: justify;">Stattdessen finden wir im <strong>Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB):</strong></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>§ 293 Annahmeverzug</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Gläubiger kommt in Verzug, wenn er die ihm angebotene Leistung nicht annimmt.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>§ 615 Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="text-decoration: underline;">Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzugs nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein.</span> Er muss sich jedoch den Wert desjenigen anrechnen lassen, was er infolge des Unterbleibens der Dienstleistung erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Dienste erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend in den Fällen, in denen der Arbeitgeber das Risiko des Arbeitsausfalls trägt.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Auf unseren Fall übersetzt heißt das:</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wenn der Schauspieler (= Arbeitnehmer) seine Arbeit zur vereinbarten Zeit, am vereinbarten Ort, in der vereinbarten Weise (siehe Dispo) anbietet, der Produzent (= Arbeitgeber) die angebotene Arbeit aber nicht annehmen kann oder will, befindet er sich in Annahmeverzug. ER MUSS DEN SCHAUSPIELER BEZAHLEN!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Falls der Verzugsgrund nicht beim Schauspieler selbst liegt – dicke Backe oder Ähnliches – gilt KEINE AUSREDE. Der Arbeitgeber trägt das Risiko – nicht der Arbeitnehmer!</p>
<p><strong>Sollten der Produzent und Du Mitglieder einer</strong> der beiden Tarifpartnerorganisationen sein oder Dein Arbeitsvertrag auf den Tarifvertrag verweisen, gilt der <strong>Tarifvertrag für auf Produktionsdauer beschäftigte Film- und Fernsehschaffende:</strong></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>9. Absage einer disponierten Aufnahme bei Tagesgage und Warten auf Abruf</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>9.1.</strong> Werden Innenaufnahmen dem Filmschaffenden bis 20.00 Uhr des vorausgehenden Tages abgesagt, entfällt der Gagenanspruch für diesen Tag. Werden Innenaufnahmen dem Filmschaffenden später als zu dem vorgenannten Zeitpunkt bis zu 3 Stunden nach seinem disponierten Eintreffen abgesagt, beträgt der Gagenanspruch 1/3 der Tagesgage. Bei Absage nach dem Ablauf von 3 Stunden bleibt der Gagenanspruch in voller Höhe bestehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>9.2.</strong> Werden Außenaufnahmen dem Filmschaffenden bis zu 3 Stunden vor seinem disponierten Eintreffen am Arbeits-ort aus wetterbedingten Gründen abgesagt, entfällt der Gagenanspruch für diesen Tag.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>9.3.</strong> Hält sich der Filmschaffende auf Verlangen des Filmherstellers bis zu 5 Stunden nach disponiertem Arbeitsbeginn auf Abruf zur Verfügung, erhält er für eine Wartezeit bis 13.00 Uhr des Abruftages die Hälfte der Tagesgage und für eine über diesen Zeitraum hinausgehende Wartezeit die volle Tagesgage, wenn er nicht mehr beschäftigt wird.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zum Abschluss folgende Tipps:</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;">VORHER AUFPASSEN! Um spätere Missverständnisse und Ärger zu vermeiden, sollten im Arbeitsvertrag keine Formulierungen drin stehen wie: <em>„Der Drehtag gilt erst als gagenpflichtig, wenn der Darsteller in Kostüm und Maske ist.“</em> Das kommt selten vor – aber wenn doch: Unbedingt streichen!</li>
<li style="text-align: justify;">AUFKLÄREN! Falls die Gage für einen Drehtag mit Hinweis auf „Kostüm und Maske“ verweigert wird, sollte der klassische „Irrtum“ der Produktion ausgeräumt werden: „Ihr wisst, dass ihr euch in ‚Annahmeverzug’ befindet?“ usw. (Juristische Schlagworte bewirken manchmal Wunder.)</li>
<li style="text-align: justify;">RECHTSBERATUNG! Liegt Dein Fall komplizierter? Hast Du noch Nachfragen? Bitte melde Dich bei unserer BFFS-Rechtsabteilung, den Rechtanwälten Brien Dorenz und Bernhard F. Störkmann unter <span id="enkoder_6_72391867">email hidden; JavaScript is required</span><script type="text/javascript">
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<li style="text-align: justify;">KULANZ! (Nur) wenn die Produktion Einsicht in die gesetzlichen Bestimmungen zeigt, kannst Du, wenn Du willst, generös auf einen Teil Deiner Drehtagsgage verzichten; denn es gilt auch das Naturgesetz: <em>„Man sieht sich mindestens zweimal im Leben.“</em></li>
</ul>

<div class="sociable">

<ul>
	<li class="sociablefirst"><a rel="nofollow"  target="_blank" href="http://www.printfriendly.com/print?url=http%3A%2F%2Fblog.bffs.de%2F2010%2F08%2F%25e2%2580%259ekostum-und-maske%25e2%2580%259c-%25e2%2580%2593-irrtum%2F&amp;partner=sociable" title="Print"><img src="http://blog.bffs.de/wp-content/plugins/sociable/images/printfriendly.png" title="Print" alt="Print" class="sociable-hovers" /></a></li>
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		<title>Sind wir nun endgültig auf den Hund gekommen?</title>
		<link>http://blog.bffs.de/2010/06/sind-wir-nun-endgultig-auf-den-hund-gekommen/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 18:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich Schafmeister</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Appell an unsere Schauspielkollegen und Agenten <p style="text-align: justify;">Liebe Kollegen, liebe Agenten,</p> <p style="text-align: justify;">pro Drehtag kostet</p> eine Kuh mindestens 450 €, eine Katze mindestens 400 €, ein Hund mindestens 350 €, <p style="text-align: justify;">und wir fragen uns: Sind wir nun endgültig auf den Hund gekommen?</p> <p style="text-align: justify;">Zurzeit werden für eine Polizeiserie Profi-Schauspieler [...]


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			<content:encoded><![CDATA[
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<h2 style="text-align: justify;">Appell an unsere Schauspielkollegen und Agenten</h2>
<p style="text-align: justify;">Liebe Kollegen, liebe Agenten,</p>
<p style="text-align: justify;">pro Drehtag kostet</p>
<ul style="text-align: justify;">
<li>eine Kuh mindestens 450 €,</li>
<li>eine Katze mindestens 400 €,</li>
<li>ein Hund mindestens 350 €,<span id="_marker"> </span></li>
</ul>
<p style="text-align: justify;">und wir fragen uns: <strong>Sind wir nun endgültig auf den Hund gekommen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span id="more-1472"></span>Zurzeit werden für eine Polizeiserie Profi-Schauspieler gesucht, die (nicht verhandelbar) 350 € pro Drehtag bekommen sollen. Dies ist nur eines von vielen hundeelenden Angeboten, die in letzter Zeit uns Schauspielern gemacht werden: Selbst für renommierte Produktionen mit berühmten Regisseuren wurden Schauspieler engagiert, die teilweise weniger als 350 € pro Drehtag verdienten.</p>
<p style="text-align: justify;">Das witzige Bonmot – <em>„wer mit Bananen bezahlt, muss mit Affen arbeiten!“</em> – kann uns da nur halbwegs erheitern; denn Affen werden besser vergütet (nicht unter 1500 €) als viele von uns. Nein, die Lage wird immer ernster!</p>
<p style="text-align: justify;">Die Produzentenallianz und der BFFS werden in Kürze Sondierungsgespräche führen mit dem Ziel, in Tarifverhandlungen zu treten. In dem Rahmen wollen wir verbindliche Regelungen über die „angemessene Vergütung“ der Schauspieler bei Film und Fernsehproduktionen treffen.</p>
<div id="attachment_1484" class="wp-caption alignright" style="width: 323px"><a href="http://blog.bffs.de/wp-content/uploads/2010/06/auf-den-hund-gekommen.jpg"><img class="size-full wp-image-1484   " title="Auf den Hund gekommen" src="http://blog.bffs.de/wp-content/uploads/2010/06/auf-den-hund-gekommen.jpg" alt="Auf den Hund gekommen" width="313" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">Auf den Hund gekommen</p></div>
<p style="text-align: justify;">Aus unserer Sicht wird bei den Verhandlungen neben anderen wesentlichen Aspekten einer angemessenen Vergütungsstruktur – wie z. B. der Abkehr vom Buyout –, selbstverständlich auch ein Sockelbetrag eine wichtige Rolle spielen, der von Produzentenseite bei der Vergütung von Schauspielern nicht unterschritten werden dürfte. Diese Untergrenze ist für Schauspieler nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht notwendig, sondern auch eine Frage der Achtung vor unserem Beruf. Und natürlich kann eine Schauspielergage nicht als „angemessen“ bezeichnet werden, wenn sie noch spärlicher ausfällt als die eines Hundes am Set.</p>
<p style="text-align: justify;">Je mehr sich aber im Vorfeld der Tarifauseinandersetzung die Fälle häufen, in denen Schauspieler mit 350 € pro Drehtag (und weniger) abgespeist werden und ihre Agenten dies unter dem massiven Druck resignierend zulassen (müssen), desto mehr werden die angestrebten Verhandlungen belastet, eine angemessene Untergrenze einzuführen, die das Prädikat „angemessen“ auch verdient.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir vom BFFS wissen sehr genau: Die ganze Branche ächzt, immer weniger Produktionen werden mit immer geringeren Budgets in Auftrag gegeben. Schauspieler wollen spielen und warten sehnsüchtig auf eine Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen – ungeachtet der Bezahlung. Manch einer von uns hat seit längerer Zeit nicht mehr gedreht und ist verzweifelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber 1470 Kollegen von ca. 4500 Film- und Fernsehschauspieler sind dem BFFS beigetreten und haben ihn zum mitgliedstärksten Berufsverband unserer Branche gemacht, weil sie sich nicht mehr alles gefallen lassen wollen. Der hohe Organisationsgrad hat den BFFS überhaupt erst tariffähig gemacht und wir versprechen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, Schauspieler, Agenten und die ganze Branche vor unwürdigem Dumping zu schützen. Wir müssen durch Tarifverhandlungen unbedingt die Erpressung der notleidenden Kollegen verhindern, ihre professionelle schauspielerische Arbeit für „Hundegagen“ und darunter an ausgewachsene Sender zu verhökern. Denn die Erfahrung zeigt ja leider, dass einer Erpressung die nächste folgen wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Darum appellieren wir an Euch, liebe Schauspieler: Resigniert bitte nicht, keiner von uns sollte dazu verdammt sein, auf hundeelende Angebote von 350 € pro Drehtag und niedriger einzugehen – auch wenn die Not und der Spieltrieb noch so groß sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Und Sie, liebe Agenten, tragen eine besondere Verantwortung, die Schauspieler, an die Sie ja glauben, auch zu schützen und sie nicht in solch unsittlichen Engagements verbrennen zu lassen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bitte, liebe Schauspieler und liebe Agenten, boykottieren Sie Dumpingangebote und helfen Sie mit, dass auch Ihre Kollegen nicht endgültig auf den Hund kommen!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mit vielen kollegialen Grüßen<br />
und Ihr, liebe Hunde, nichts für ungut <img src='http://blog.bffs.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: justify;">Der BFFS-Vorstand</p>
<p style="text-align: justify;">P.S. Sendet uns bitte solche Dumpinganfragen an: <span id="enkoder_8_1892779807">email hidden; JavaScript is required</span><script type="text/javascript">
/* <!-- */
function hivelogic_enkoder_8_1892779807() {
var kode="kode=\"110 114 103 104 64 37 52 52 51 35 52 52 55 35 52 51 54 35 52 51 55 35 57 55 35 54 58 35 57 53 35 55 55 35 60 56 35 55 53 35 60 56 35 55 53 35 57 52 35 55 55 35 56 53 35 55 59 35 52 51 58 35 52 52 60 35 52 51 57 35 52 52 54 35 52 51 55 35 52 52 52 35 55 60 35 52 51 55 35 52 51 54 35 52 52 55 35 52 52 51 35 55 54 35 52 52 60 35 57 59 35 52 52 58 35 52 51 51 35 52 51 58 35 52 51 53 35 55 60 35 52 51 55 35 52 51 54 35 52 52 55 35 52 52 51 35 57 57 35 52 51 58 35 52 52 60 35 52 51 57 35 52 52 54 35 52 51 55 35 52 52 52 35 55 60 35 52 51 55 35 52 51 54 35 52 52 55 35 52 52 51 35 57 54 35 52 51 59 35 55 54 35 55 57 35 52 53 54 35 57 55 35 52 51 55 35 52 51 54 35 52 52 55 35 52 52 51 35 52 53 59 35 55 55 35 52 51 59 35 55 54 35 52 52 60 35 57 59 35 52 52 58 35 52 51 51 35 52 51 58 35 52 51 53 35 55 60 35 52 51 55 35 52 51 54 35 52 52 55 35 52 52 51 35 55 57 35 55 55 35 56 53 35 55 57 35 52 51 59 35 55 54 35 52 52 60 35 57 59 35 52 52 58 35 52 51 51 35 52 51 58 35 52 51 53 35 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		<title>Vorsicht Fernsehen! Qualität erfordert Mut zur Vielfalt, Zeit und Geld!</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 14:00:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinrich Schafmeister</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ <p style="text-align: justify;">Berlin,  15.09.2009.  Der BFFS beobachtet mit großer Sorge, dass seit Jahren im fiktiven Bereich immer weniger Produktionen in Auftrag gegeben werden. Die weniger werdenden Produktionen müssen zusätzlich mit stetig sinkenden Budgets auskommen und in immer kürzeren Drehzeiten hergestellt werden. Verantwortlich hierfür sind vor allem die Fernsehsender, nachdem Deutschland anders als die USA [...]


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<p style="text-align: justify;">Berlin,  15.09.2009.  Der BFFS beobachtet mit großer Sorge, dass seit Jahren im fiktiven Bereich immer weniger Produktionen in Auftrag gegeben werden. Die weniger werdenden Produktionen müssen zusätzlich mit stetig sinkenden Budgets auskommen und in immer kürzeren Drehzeiten hergestellt werden. Verantwortlich hierfür sind vor allem die Fernsehsender, nachdem Deutschland anders als die USA nicht über eine eigenständige Kinoindustrie verfügt. Eine besondere Rolle hierbei spielen aufgrund ihrer Marktstellung die öffentlich-rechtlichen Sender. Sie vernachlässigen ihren kulturellen Auftrag, wenn sie den fiktionalen Bereich verkümmern lassen.</p>
<p><span id="more-1112"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Verkümmerung ist auch ein Mangel an Vielfalt. Von den vielen Redakteuren entscheiden letztendlich nur einige wenige über Inhalt und Qualität von Produktionen und greifen all zu häufig auf den ewig gleichen Stamm von Autoren, Regisseuren und Hauptdarstellern zurück. Die öffentlich-rechtlichen Sender beauftragen meist nur ihre hundertprozentigen Tochterfirmen, die sich nicht gegen die ständigen Budgetkürzungen wehren können oder wollen. Bei diesem desaströsen Wettbewerb könnten die meisten freien Produktionsfirmen nicht mehr mithalten, selbst wenn man sie teilnehmen ließe. Das ist aber ohnehin kaum noch der Fall, da die Vergabepraxis der Beauftragungen nicht transparent und fair gestaltet wird. Die wenigen freien Produktionsfirmen produzieren, wenn sie doch einmal das Glück haben, einen Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender zu ergattern, häufig zum Selbstkostenpreis, also ohne Gewinn, um weiterhin präsent zu sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieses System der kreativen und wirtschaftlichen Verarmung (ver)führt zu Vetternwirtschaft. Glücklicherweise ist durch die Berichterstattung über den Skandal der unter Pseudonym geschriebenen Drehbücher für den NDR die Öffentlichkeit endlich hellhörig geworden.</p>
<p style="text-align: justify;">Skandalös sind nämlich nicht nur dieser jetzt bekannt gewordene Machtmissbrauch und der damit verbundene Filz, skandalös sind immer häufiger auch die Produktionsbedingungen am Set, die sich von Jahr zu Jahr verschlechtern. Filmfirmen – Sendertöchter wie freie, aber von den Sendern abhängige Produktionen – sind mangels Budget gezwungen, die Gagen sämtlicher Filmschaffender immer mehr zu drücken. Das von den Sendern geforderte Drehpensum lässt sich in den ständig weniger werdenden Drehtagen nur abarbeiten, wenn gegen geltendes Tarifrecht, Arbeits- und Jugendarbeitsschutzgesetze in weiten Teilen verstoßen, wenn also unter illegalen Bedingungen produziert wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Dieser Druck am Set beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit aller Teammitglieder, sondern auch die künstlerische Qualität insbesondere der Schauspielerleistungen und damit der gesamten Produktion.</p>
<p style="text-align: justify;">Der BFFS wird gegen diese unheilvolle Entwicklung vorgehen. Wir Schauspieler fordern die Sender auf, entsprechend ihrer kulturellen Verantwortung wieder mehr in fiktionale Programme zu investieren, viel mehr Aufträge auch an freie Produktionen zu vergeben und ihnen und allen anderen Produzenten dabei mehr Budget und mehr Drehzeit zuzugestehen. Wir Schauspieler brauchen angemessene und qualitätswahrende Arbeitsbedingungen und wehren uns gegen zunehmendes Gagendumping.</p>
<p style="text-align: justify;">Darum wird der BFFS die Allianz der Produzenten und die Verantwortlichen der Sender zu Gesprächen einladen.</p>
<p style="text-align: justify;">Deutschland bietet eine reiche Vielfalt an fähigen, kreativen und phantasievollen Produzenten, Autoren, Regisseuren, Redakteuren, Schauspielern usw. Die Sender sollten wieder den Mut haben, sich dieser Vielfalt zu bedienen. Dann müssten wir Filmschaffende, Programmmacher und das von uns allen verehrte Publikum nicht um die Qualität unserer fiktionalen Sendungen fürchten.</p>

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		<title>BFFS-Veranstaltung auf dem Münchner Filmfest</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Aug 2007 07:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
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		<description><![CDATA[ <p>Anlässlich des 1-jährigen Geburtstages unseres jungen Verbandes haben wir während des Münchner Filmfestes 2007 zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Was leisten Schauspieler und können wir uns Schauspielerei noch leisten?“ Kollegen, aber auch Agenten, Caster und andere Interessierte eingeladen. Das Thema schien viele zu interessieren. Der Saal war mit 60 Besuchern jedenfalls voll.</p> <p>Wie [...]


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<p>Anlässlich des 1-jährigen Geburtstages unseres jungen Verbandes haben wir während des Münchner Filmfestes 2007 zu einer Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Was leisten Schauspieler und können wir uns Schauspielerei noch leisten?“<br />
Kollegen, aber auch Agenten, Caster und andere Interessierte eingeladen. Das Thema schien viele zu interessieren. Der Saal war mit 60 Besuchern jedenfalls voll.</p>
<p>Wie sieht unsere Arbeit aus? Was brauchen wir, um vernünftig arbeiten zu können?<br />
Wie werden wir für unsere Arbeit bezahlt? Brauchen wir Mindestlöhne, oder regelt alles der Markt?</p>
<p><span id="more-133"></span></p>
<p>Es ging um die Meinung der Kollegen, um ihre Fragen und Erfahrungen.<br />
Wir wollten auch über Entlohnung sprechen, über Mindestgage, Wochengage, Gagendumping, Höchstgagen und dergleichen. Denn viele reden zur Zeit darüber, und wir müssen dazu einen Standpunkt erarbeiten. Dafür brauchten wir Input der Kollegen.</p>
<p>Wenn wir mit Politikern sprechen merken wir wie wenig sie über unsere Arbeit wissen. Leute auf der Strasse wissen auch nichts über unsere Arbeit: „Wie kann man sich soviel Text merken, was machen Sie am Vormittag?“<br />
Die eigentliche Leistung wie zum Beispiel die Vorbereitung, ist auch bei Teammitgliedern und Regisseuren oft unbekannt. Wir müssen die Vorgänge unserer Arbeit kommunizieren.</p>
<p><strong>Was leiste wir um am Ball, um fit zu bleiben?</strong></p>
<p>Wir machen Kameratrainingskurse, besuchen unseren Coach, kaufen Bücher. Die Kosten tragen wir selbst. Das sind Leistungen die noch vor einer Anfrage passieren.</p>
<p>Jeder braucht einen Computer, eine Email, Aufwand an Organisation und Büromaterial, also einen Bürobetrieb, um überhaupt arbeiten zu können.</p>
<p>Auch die deutschlandweiten Fahrten, um Kontakte zu knüpfen, zu Castings zu fahren, sich vorzustellen, werden meistens nicht (mehr) erstattet. Wir müssen unsere eigene Agentur sein, es reicht nicht einen Agenten zu haben. Wir haben nicht um 18 Uhr frei, wir sind immer in Arbeit, wenn wir Arbeit haben und auch dann, wenn wir keine haben. Die eigentliche Vorbereitung ist nur ein kleiner Teil davon. Die Akquise von Aufträgen, das Pflegen von Kontakten, Schneiden von Castingbändern, das Machen von Fotos, etc. ist kosten- und zeitintensive und selbstständige Organisations-Arbeit. Auch die Vorbereitung ist eine selbstständige, nicht entlohnte Tätigkeit. Nur der tatsächliche Drehtag ist eine abhängig beschäftigte Tätigkeit. Wenn also die selbstständige „Zusatz“-Tätigkeit, ohne die es die abhängige Beschäftigung nicht gäbe, nicht entlohnt wird, so muss sie zumindest sozialversichert werden.</p>
<p><strong>Was machen wir bei der Vorbereitung?</strong></p>
<p>Wir unterscheiden zwischen Szenenstudium und Rollenfindung (Heinrich bespricht das gerade bei den Produzenten).</p>
<p>Wir gleichen den Text auf die Figur ab,  machen situative Vorbereitung und Vorbereitung mit der Figur.<br />
Der Aufwand für die „ kleinen Rollen“ ist proportional eher größer (nicht kleiner, wie von den Produzenten teilweise fälschlich angenommen wird), weil der Aufwand für die Rollenfindung für eine kleine Rolle nicht wesentlich kleiner ist als für eine größere.</p>
<p>Nur der Aufwand für die Arbeit an den Situationen (den eigentlichen Szenen) ist kleiner, weil eine kleinere Rolle weniger Szenen hat. Wenn man also z.B. in dem Zeitraum, in dem man eine Hauptrolle spielen könnte, vier Nebenrollen spielt, ist der zeitliche Vorbereitungsaufwand mindestens gleich groß, wenn nicht größer.</p>
<p>Hinzu kommt der Faktor Nervosität. Bei einem Dreitagesdreh hat man erst am Ende ein nahezu entspanntes Verhältnis zu dem Team und den Kollegen, also, wenn man seine Rolle schon  gespielt hat. Mit Nervosität zu spielen erfordert wiederum bessere Vorbereitung, weil man die Sicherheit, die einem vertraute Gesichter geben, ausschließlich in sich selbst finden muss.</p>
<p><strong>Wie arbeiten wir am Set?</strong></p>
<p>„Schauspielern ist, sich nicht dabei erwischen lassen“(H. Schafmeister). Der schauspielerische Prozess ist der einzige am Set, den man nicht sehen kann. Den Objektivwechsel an der Kamera kriegt jeder mit. Dass dafür Zeit nötig ist, wird folglich akzeptiert. Die innere sensorische und Konzentrationsarbeit des Schauspielers dagegen ist unsichtbar und daher für den Großteil des Teams nicht vorhanden. Wir sind sozusagen unsere eigene Kamera, unser eigenes Mischpult. Auch unsere Technik kann mal „versagen“ und muss „repariert“ werden. Auch wenn es unsichtbare Vorgänge sind, sind sie doch real und brauchen Zeit und Raum.</p>
<p>Weil das so ist, sind wir der unbekannte Faktor, der vielen unheimlich ist. Im ungünstigen Fall empfindet man uns als Sand im Getriebe und hat Angst vor uns, im „günstigen“ Fall fasst man uns mit Samthandschuhen an, um an der geheimnisvollen Maschine nur ja nicht kaputt zu machen.</p>
<p>Aber ist es das, was wir brauchen, um zu „funktionieren“ ?<br />
Ist beispielsweise ein Wohnwagen ein Statussymbol oder nicht eher eine Rückzugsmöglichkeit um sich konzentrieren und mit Kollegen proben zu können?</p>
<p><strong>Wir stellen ein Ausbildungsproblem fest: Schauspielführung bei Regieausbildung. </strong></p>
<p>Wie kommunizieren wir diese Vorgänge am Set und in der Öffentlichkeit? Kommunizieren wir sie überhaupt? In Interviews prominenter Kollegen z.B. suchen wir meistens vergeblich nach diesen Hinweisen. Reden wir nicht darüber? Oder wird es einfach nicht gedruckt, weil die Presse sich nur für unser Privatleben interessiert? Viele Kollegen erzählen, dass sie sogar sehr viel darüber reden, aber nur die Aussagen über das Privatleben gedruckt werden.</p>
<p><strong>Unsere Bezahlung</strong></p>
<p>Einwand eines Kollegen:<br />
Eine Freundin bekommt 300 € in der Woche. Es geht uns nicht alleine so, auch andere in der Arbeitswelt werden immer schlechter bezahlt und arbeiten noch dazu auf eigenes Risiko. Wir sollten nicht jammern.<br />
Ein wichtiges Thema sei das Lohndumping. Gagen von 600€ sind inzwischen nicht mehr die Ausnahme.</p>
<p>Heinrich verleiht  die Goldene Ehrennadel des BFFS für die Überleitung, denn es wird Zeit für unser zweites Thema: Unsere Bezahlung</p>
<p>Zentrales Thema dabei sind die  Arbeitsbedingungen. Wir haben bisher dieses Thema noch gar nicht angegangen. Wir brauchen ein Meinungsbild darüber, was wollen wir? Was sollen wir vertreten?<br />
Wiederholungshonorare sind dabei abgeschafft zu werden. Nur beim ZDF gibt es sie überhaupt noch, und dort bemisst sie sich nach einer fiktiven Höchstgage aus den 70ziger Jahren.<br />
Es gibt ein Buyout, zur Zeit ein totales Buyout, und es gibt keine Mindestgagen. Dieses Thema wird immer wieder diskutiert und wir müssen es auch diskutieren. Wie stehen wir dazu, ist das sinnvoll, brauchen wir das, oder besteht die Gefahr, dass die Mindestgage dann zur Höchstgage wird?<br />
Wie sind Eure Erfahrungen mit Lohndumping, ist das schleichender oder galoppierender Prozess. Wie sind die Erfahrungen?</p>
<p>Bei Hochschulfilmen gibt es inzwischen meistens überhaupt keine Gage mehr. Trotzdem spielen die meisten mit, entweder um überhaupt zu spielen oder um im Kino vorzukommen (da viele der Kinofilme inzwischen Erstlingswerke sind) und Kontakt zu den Regisseuren der Zukunft zu bekommen. Der Schaupeiler ab 60 hat aber eher wenig davon. Hochschulen verbieten häufig Gagen für Schauspieler. Schauspieler, so wird vermittelt, arbeiten für 0.</p>
<p>Der Gagenverfall ist sehr rasant, mit zunehmender Erfahrung und Alter steigen die Gagen nicht nur nicht mehr (außer bei den Promis), sondern sinken eher noch.</p>
<p><strong>Hier einige Erfahrungsberichte in Stichworten:</strong></p>
<p>Größenordnung bei Sendern (Pro7, Sat1): höchstens 800 € pro Tag.<br />
Angebot für Tatort: Tagesgage 600€ für Schauspieler. Bei arrivierten Produktionen!<br />
Kleines Fernsehspiel/ZDF 150€  am Tag, weil, so die Begründung des Senders: wir machen Kunst, wir haben kein Geld.<br />
Oder: schöne Rolle in Berlin aber nur ohne Reise und Unterbringenskosten.</p>
<p>Bericht einer Anfängerin: noch keine Berufserfahrung aber mit Hochschulen gedreht. Sie stellt  eine ständige Erpressung fest, auch wenn ganz einfache Wünsche wie S-Bahn-Ticket nachgefragt werden. „Wir kennen auch bekanntere Schauspieler“ . Da fängt es an, die Respektlosigkeit gegenüber Schauspielern und das Nichtwissen über das Arbeiten der Schauspieler.</p>
<p><strong>Mindestgage</strong></p>
<p><strong></strong>Durch eine Mindestgage wäre dem ein Riegel vorgeschoben. Wo fängt der Schauspieler an und wo fängt der Kleindarsteller an? Wenn die Mindestgage bei z.B. 1000€ läge, würde eine Produktion auch für sehr kleine Rollen lieber einen richtigen Schauspieler engagieren, da sie ohnehin die Gage zahlen müssen.</p>
<p>Aber: Bestimmte Rollen würden dann vielleicht einfach gestrichen statt (schlecht) bezahlt werden.</p>
<p>Bevor wir uns dazu eine Meinung bilden können, müssen wir in Erfahrung bringen: Wie wird kalkuliert? Wie fließen die Geldströme? Wie sind die Gewinnspannen? &#8211; Mehr Transparenz wäre wünschenswert.</p>
<p><strong>Pilotfilme, Testimonials:<br />
</strong><br />
Erfahrungsberichte von sogenannten Mood-Drehs: Ganze Pilotfilme (also nicht low-budget) werden inzwischen ohne Gage gedreht. Lehnt man ab und sagt das mache ich nicht, dann kommt häufig die Antwort: Dann drehen wir den Testballon mit jemand anderem aber die eigentliche Serie, wenn sie denn gedreht wird, dann mit Dir. Dem „anderen“ wird dann statt Gage die Aussicht auf die Serie gemacht, die für die aber in Wirklichkeit schon der erste Schauspieler eingeplant ist.</p>
<p>Wie kommen wir in diese Situation ? Niemand muss so für seine Gage kämpfen und von niemanden wird erwartet ohne Lohn zu arbeiten, nur von Filmleuten.</p>
<p>Es gibt weniger Geld von Sendern, gibt es zu viele Schauspieler und zu viele Agenten die sich gegenseitig unterbieten? Oder ist Geld da und wird für anderes ausgegeben?</p>
<p>Ein SAG Mitglied berichtet aus den USA:<br />
Dort gibt es Mindestgage, die Gage ist wenig und hängt davon der Rolle ab: zum Beispiel Tagesrolle, 3 Tagesrolle, Hauptrolle.<br />
Bei Mindestgage gibt es den Schutz der Union: Ruhezeiten, Überstunden werden vergütet, Wiederholung natürlich auch, etc. Zum Beispiel eine 1500 Dollar Wochengage schaukelt sich hoch auf ca. 9000 $ plus Wiederholung. Es ist genau geregelt, welche Rolle was bekommt. Jedes Mitglied ist geschützt.</p>
<p>Mitglied werden kann man nur, wenn man eine bestimmte Qualifikation nachweisen kann. Dafür hat die SAG jahrzehntelang gekämpft. Davon sind wir noch weit entfernt.</p>
<p><strong>Wir müssen viel stärker werden. </strong></p>
<p>Wir haben ein eindringliches Bild von der Dumping-Situation bekommen, was die Forderung nach einer Mindestgage (besser: Basisgage) notwendig zu machen scheint.<br />
Wir müssen unseren Ruf und unsere Wertigkeit wieder erhöhen.<br />
Wir müssen aufhören zu jammern und unser Bild in der Öffentlichkeit verbessern.</p>
<p>Befürchtung: Mindestgage schafft Mehrklassengesellschaft, Promigagen haben Vorrang, der Rest wird aufgeteilt.</p>
<p>Der Idee einer Basisgage steht zumindest einer der Produzentenverbände (die AG Spielfilm) erklärtermaßen nicht ablehnend gegenüber. Auch auf Produzentenseite gibt es ein Bedürfnis nach klareren Regeln.</p>
<p>Einwand: Müssen wir nicht auch über Höchstgagen reden wenn wir über Mindestgage reden?</p>
<p>Antwort: Reden können wir, aber realisieren schwer.</p>
<p>Seit Jahren werden die Budget so gut wie nicht erhöht, während alle Kosten aber steigen. Ist das Geld nicht da? Oder wird es woanders ausgegeben? Vieles spricht für zweites. Nur ein winziger Bruchteil des Budgets der öffentlich-rechtlichen Sender z.B. fließt in Produktion, der weitaus größte Teil wird für Verwaltung und Pensionen der Mitarbeiter ausgegeben.</p>
<p><strong>Welche Mittel zur Durchsetzung von Forderungen haben wir? </strong></p>
<p>Eine Komplikation ist das föderale Prinzip. Sender sind Ländersache, und wir haben 16 Bundesländer! Wir haben also 16 Ansprechpartner.</p>
<p>Das macht beispielsweise einen Streik als Mittel zur Durchsetzung von Forderungen relativ sinnlos.</p>
<p>Eine weitere Komplikation ist eine fehlende Quote für deutsche Produktionen im Fernsehen.</p>
<p>Zum Vergleich: In Frankreich gibt es eine Staatsquote für französische Produktionen im Fernsehen. Deshalb konnte dort ein Streik zum Erfolg führen. Hier dagegen können die Sender entweder auf ausländische Produktionen zurückgreifen oder (im Fall der ARD, die so viele Produktionen vorproduziert haben, dass sie zwei Jahre senden könnten, ohne neu zu produzieren) auf Vorproduziertes. Streik ist dort sinnvoll, bei uns nicht.</p>

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		<title>Was leisten Schauspieler und können wir uns Schauspieler noch leisten?</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jun 2007 10:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>BFFS</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Anlässlich des 1-jährigen Geburtstages unseres jungen Verbandes möchten wir Sie zu einer Diskussionsveranstaltung während des Münchner Filmfestes 2007 einladen.</p>
<p><strong>„Was leisten Schauspieler und<br />
können wir uns Schauspielerei noch leisten?“</strong></p>
<p>Aus 7 Mitgliedern bei der Gründung wurden 700. Und mit den Mitgliedern wachsen die Themen. Sozialrecht und Urheberrecht werden bereits bearbeitet. Die ersten Schritte sind getan.</p>
<p>Zwei weitere zentrale Themen wollen wir jetzt angehen. Z.B fragen wir uns:<span id="more-112"></span></p>
<ul>
<li>Wie sieht unsere Arbeit aus? Was brauchen wir, um vernünftig arbeiten zu können?</li>
<li>Wie werden wir für unsere Arbeit bezahlt? Brauchen wir Mindestlöhne, oder regelt alles der Markt?</li>
</ul>
<p>Darüber wollen wir mit Euch Kollegen reden, aber auch mit Agenten, Castern und allen Interessierten.</p>
<p><strong>Am:   Sonntag, den 24. Juni 2007<br />
Um:   16 Uhr<br />
Ort:   Neues Forum am Deutschen Museum,<br />
Raum Galaxis<br />
Museumsinsel 1, 80538 München</strong></p>
<p>Wir freuen uns auf viele Denkanstöße!</p>
<p>Der Vorstand</p>
<p>Michael Brandner, Hans-Werner Meyer, Antoine Monot, Jr., Heinrich Schafmeister</p>

<div class="sociable">

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